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Frankfurt/Main – Lufthansa-Kunden müssen am Donnerstag mit Flugausfällen rechnen. Piloten und Flugbegleiter gehen gleichzeitig in einen ganztägigen Streik. Im Streit über höhere Betriebsrenten für Piloten soll der eintägige Streik am Donnerstag von 00.01 Uhr bis 23.59 Uhr dauern. Gleichzeitig streiken auch die Flugbegleiter! Ihre Kabinengewerkschaft Ufo will einem Sprecher zufolge mit einem Warnstreik Verhandlungen zu verschiedenen Tarifverträgen erzwingen.

Bestreikt werden sollen sämtliche Starts ab Deutschland. Auch Frachtflüge sind im 100. Jubiläumsjahr der Lufthansa betroffen. Auch Anreisen von Cockpit-Beschäftigten zum Einsatzort, Bereitschafts- und Reservedienste sowie Simulatortrainings werden bestreikt.

Piloten wollen mehr Rente

Die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) fordert für die rund 4800 Cockpit-Beschäftigten höhere Beiträge zur Betriebsrente. Das Airline-Management lehnt das wegen hoher Kosten und geringer Profitabilität der Premium-Fluglinie ab. Die Pilotinnen und Piloten sind nach einer Urabstimmung bereits seit Oktober streikfähig, läuten aber erst jetzt den Arbeitskampf ein.

Sowohl die Piloten als auch die Flugbegleiter streiken

Sowohl die Piloten als auch die Flugbegleiter streiken

Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Offiziell streiken die Piloten für höhere Arbeitgeberbeiträge zu den Betriebs- und Übergangsrenten. Hierzu liegt schon seit dem Herbst eine Urabstimmung der Mitglieder vor, die mit Mehrheit für Arbeitskampfmaßnahmen gestimmt haben.

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Ufo will ohne Urabstimmung mit einem Warnstreik Verhandlungen zu Tarifverträgen bei der Kerngesellschaft Lufthansa und der Regionaltochter Cityline erzwingen. Allein dort seien wegen der Konzernstrategie rund 800 Jobs bedroht. Ufo will hier einen tariflichen Sozialplan. Laut einem Mitgliederrundschreiben würden Verhandlungen vom Management verweigert. Bei der Kerngesellschaft warte man bislang vergeblich auf Verhandlungen zum Manteltarifvertrag.

Harte Linie des Vorstands

Unter den Schlagworten „Produktivität“ und „Flexibilität“ verlange Lufthansa weiter tarifliche Verschlechterungen, die sich unmittelbar auf die Arbeitsbelastung und die ohnehin stark eingeschränkte Planbarkeit des Privatlebens auswirken würden, kritisiert Ufo-Tarifexperte Harry Jaeger. Gleichzeitig verweigere der Arbeitgeber jede ernsthafte Diskussion über Schutzmechanismen, mit denen die Kabinenbeschäftigten vor den Folgen des vom Konzern eingeschlagenen Kurses abgesichert werden könnten.

Gemeint ist hier die Konzernstrategie, mit neuen Flugbetrieben die etablierten Betriebsteile unter Druck zu setzen. Der Vorstand hat vor wenigen Jahren die Flugbetriebe Lufthansa City Airlines und Discover mit dem erklärten Ziel gegründet, dort zu kostengünstigeren Tarifbedingungen zu fliegen. Dies gelingt vor allem, weil dort die Crews weniger verdienen. Laut Lufthansa-Chef Carsten Spohr kann im Konzern Wachstum nur dort stattfinden, wo Geld verdient wird.