Hamburgs Frederik Bo Andersen beim Wurf

AUDIO: HSV Hamburg verliert gegen Leipzig (1 Min)

Leipziger Lieblingsgegner

Stand: 10.02.2026 22:13 Uhr

Der Handball Sport Verein Hamburg ist mit einer überraschenden Heimpleite in die Bundesliga-Restrunde gestartet. Gegen den Tabellenletzten DHfK Leipzig verloren die Hanseaten am Dienstagabend mit 33:35 (15:19)

von Hanno Bode

Der Mannschaft von Trainer Torsten Jansen misslang damit die Revanche für die 27:29-Niederlage in der Hinrunde gegen die Sachsen, die nun vier ihrer insgesamt nur sieben Zähler gegen den HSVH holten.

Die Gäste präsentierten sich in der Sporthalle Hamburg allerdings auch keineswegs wie ein potenzieller Absteiger, sondern wussten handballerisch und kämpferisch zu überzeugen. Die Hausherren blieben indes vor eigener Kulisse vieles schuldig.

Ein Handball liegt im Tornetz.

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HSVH ohne Zugriff in der Abwehr

Die Hamburger zeigten im ersten Abschnitt eine enttäuschende Leistung. Im Positionsangriff lang ohne Ideen und Wucht und in der Abwehr fast ohne Zugriff – Coach Torsten Jansen traute seinen Augen nicht.

„Den Abstand haben wir nur, weil wir fünf Tempo-Tore kriegen. Das kann nicht wahr sein. Wir laufen nicht und der Wechsel ist scheiße. Sind die schneller als wir? Ich will jetzt Rückzug haben“, wütete der Ex-Nationalspieler in seiner ersten Auszeit nach zwölf Minuten. Zu diesem Zeitpunkt lag der HSVH bereits mit 5:10 in Rückstand.

El-Tayar verhindert höheren Pausenrückstand

Hamburgs Mohamed Essam Moustafa El-Tayar beim Jubeln

Zeigte eine herausragende Leistung: HSVH-Keeper Mohamed Essam Moustafa El-Tayar.

Besser wurde nach der Kabinenpredigt des Weltmeisters von 2007: nichts. Die Gäste kamen weiterhin viel zu leicht zu ihren Toren. Insbesondere über den Kreis wurde es den Sachsen häufig zu einfach gemacht. Und weil Keeper Robin Haug ebenfalls kein Faktor war, schickte Jansen Mohamed Essam Moustafa El-Tayar zwischen die Pfosten (16.).

Der Ägypter sorgte mit drei Paraden dann auch dafür, dass der Rückstand zur Halbzeit nicht noch höher ausfiel. Wunderdinge aber konnte der wie sein Vorgänger viel zu oft von seinen Vorderleuten in Stich gelassene Schlussmann auch nicht vollbringen. Die Hamburger Abwehr-Darbietung im ersten Abschnitt – sie war fast schon eine Zumutung.

Hamburg holt auf – und lässt Leipzig wieder ziehen

Nach der Halbzeit konnte das Jansen-Team den Rückstand in Überzahl – William Bogojevic hatte eine Zweiminuten-Strafe erhalten – zunächst auf einen Treffer verkürzen (18:19/33.). Die Mini-Aufholjagd sollte sich aber als Strohfeuer erweisen. Denn im Anschluss zeigte der HSVH im Abwehrverhalten die aus Hälfte eins bekannten Defizite.

Tore HSV Hamburg: Mortensen 8/1, Jörgensen 7/1, Kofler 4, Schmidt 4, F. B. Andersen 3/1, Lassen 2, Sauter 2, Weller 2, Norlyk 1
SC DHfK Leipzig: Bombac 11, Semper 7, Krzikalla 5/1, Rogan 4, Bogojevic 3, Binder 2, Hinriksson 2, Peter 1
Zuschauer: 2.512

Leipzig, das für ein Schlusslicht lange erstaunlich abgeklärt auftrat, zog wieder auf fünf Tore davon (27:22/42.). Das bis dahin gezeigte hohe Niveau konnten die Gäste jedoch nicht über die ganze Begegnung abrufen. Zwischenzeitlich ließ die Konzentration bei ihnen etwas nach, während die Hamburger nun zielsicherer wurden.

Jansen-Team geht nch 7:1-Lauf in Führung

Mit einem 6:1-Lauf glichen die Norddeutschen zum 28:28 (48.) aus und gingen kurz darauf erstmals in der Partie in Führung (29:28/50.). Der überragende Keeper El-Tayar entnervte den Leipziger Rückraum – und vorne sorgte vornehmlich Casper Mortensen mit seinen Treffern dafür, dass die lange sehr ruhige Sporthalle Hamburg doch noch zum Leben erwachte.

Leipzig dreht in Schlussphase das Spiel

Allerdings nur vorübergehend. Denn in der Schlussphase waren es etwas überraschend die Gäste, die noch mehr zuzusetzen hatten. Gegen Hamburger, denen wie aus dem Nichts die zuvor gezeigte Emotionalität verlorenging, geriet der HSVH erneut mit drei Toren ins Hintertreffen. Auf diesen Rückstand hatte die Jansen-Equipe keine passende Antwort mehr und kassierte letztlich eine verdiente Heimpleite.

Kreisläufer Schmidt feiert überraschend HSVH-Debüt

Hamburgs Jan-Chirstian Schmidt (l.) im Zweikampf mit Leipzigs Dean Bombac

Jan Schmidt (l.) lief gegen Leipzig erstmals für den HSVH auf.

Für den HSVH stand völlig überraschend Jan Schmidt erstmals auf der Platte. Der Kreisläufer hatte eigentlich erst zur kommenden Saison vom Zweitligisten TSV Bayer Dormagen an die Elbe wechseln sollen. Wegen der Verletzung von Andreas Magaard (Knieoperation) einigten sich beide Clubs nun darauf, dass der 20-Jährige ab sofort per Doppelspielrecht auch für die Hamburg auflaufen wird.

„Ich freue mich sehr, dass wir gemeinsam mit dem TSV Bayer Dormagen eine Lösung gefunden haben. Jan wird regelmäßig in Hamburg trainieren und – sofern es keine Überschneidungen mit Dormagen gibt – auch bei uns im Kader stehen und an den Spieltagen dabei sein“, erklärte Sportdirektor Johannes Bitter.

Schmidt selbst blickte mit gemischten Gefühlen auf sein Debüt. Auf der einen Seite sei für ihn „ein Traum in Erfüllung gegangen“, so der Youngster. Andererseits haderte er mit dem Spielausgang: „Ich durfte vier Tore machen. Da tut es dann natürlich doppelt weh, gegen Leipzig zu verlieren.“

Kapitän Niklas Weller vom HSV Hamburg

Beim HSV Hamburg endet im Sommer eine Ära. Der Kreisläufer bleibt dem Handball-Bundesligisten aber erhalten: Er wird Präsident des Clubs.