Die Eintracht-Spielerinnen jubeln über den zwischenzeitlichen Ausgleich von Nicole Anyomi.

Stand: 10.02.2026 21:10 Uhr

Vor dem Europacup-Viertelfinale gegen den FC Nordsjælland spricht Eintracht-Trainer Niko Arnautis offen über die großen Ziele der Frankfurterinnen – alles andere wäre auch Understatement.

Spricht Trainer Niko Arnautis über den Europacup, dann fällt eine Vokabel sehr oft: „Außergewöhnliches“ gelte es zu erreichen in dieser Saison für sein Team im internationalen Wettbewerb, was vor allem eines bedeutet: Der Titel soll her für die Eintracht Frankfurt Frauen. „Wir wollen bis zum Ende dabei bleiben – das ist kein Traum, das ist unser Ziel“, gab sich Arnautis vor dem Viertelfinal-Hinspiel am Mittwochabend (18.30 Uhr/live im Audiostream) gegen den FC Nordsjælland angriffslustig.

Der Trainer machte überdies glaubhaft klar, das dies keineswegs despektierlich gegenüber den Kontrahentinnen gemeint sei, aber: „Es ist nicht mehr weit. Wir nehmen die Aufgabe sehr ernst und wissen, dass wir in die Geschichte eingehen können.“ Als erstes Siegerteam des vor dieser Spielzeit neu geschaffenen Wettbewerbs.

Finale scheint möglich

Gegen den dänischen Tabellenfünften ist die Eintracht eindeutig in der Favoritenrolle, was auch für ein mögliches Halbfinale gelten würde. Denn setzen sich die Frankfurterinnen in Hin- und Rückspiel (18. Februar in Dänemark) tatsächlich gegen den in einem Vorort von Kopenhagen beheimateten Klub durch, bekämen sie es in der Runde der letzten Vier entweder mit BK Häcken aus Schweden oder Breidablik aus Island zu tun – beides gewiss keine Schwergewichte des europäischen Fußballs.

Auf der anderen Seite des Turnierbaums sind derweil Sparta Prag, Austria Wien, Sporting Lissabon und Hammarby IF im Rennen. Die Eintracht kann mit Blick auf die Konkurrenz daher mindestens als eine oder gar die Favoritin auf den Titel angesehen werden. Arnautis freilich will nicht über etwaige Zukunftsszenarien nachdenken, er rückt verständlicherweise das Hier und Jetzt in den Mittelpunkt. Denn die Däninnen seien nicht zu unterschätzen. Es sei keine Aufgabe, die man „einfach so mit links löst“, so der Coach, der den selbst für Experten ziemlich unbekannten Gegner zuletzt genau analysiert hat.

„Wir sind gewarnt“ vor Nordsjælland

Gerade in der Offensive habe der Gast aus dem Norden, der viele vergleichsweise junge Spielerinnen auf den Rasen schickt, seine Stärken. „Da sind sie sehr gut aufgestellt, sie wollen selbst mitspielen“, schilderte Arnautis: „Wenn du nicht 100 Prozent da bist, werden sie uns wehtun können. Wir sind gewarnt.“

Die Eintracht, die in den vorherigen K.o.-Runden bisher den 1. FC Slovácko und PSV Eindhoven ausgeschaltet hatte, wird wohl dennoch das Gros an Ballbesitz haben – und will an die gute Leistung beim wichtigen Bundesliga-Erfolg gegen Leverkusen (1:0) auch international anknüpfen. Ein Heimsieg sei das klare Ziel, so Arnautis, der mit Ausnahme der Langzeitverletzten Amanda Ilestedt und Sophia Winkler auf das komplette Personal zurückgreifen kann.

Hessischer Rundfunk