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Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf (34) ließ sich von Markus Lanz (56) zu einer Diskussion über das neue SPD-Grundsatzprogramm einladen und ging abendfüllend baden. Grund: Der Parteistratege war auf die spezielle Verhörtechnik des Talkmasters so schlecht vorbereitet, dass ihn schon einfachste Sachfragen ins Schleudern brachten. Dabei begann Lanz ganz harmlos: „Wissen Sie, wie viel Deutschland mittlerweile für Soziales ausgibt?“
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Da war Klüssendorf noch selbstsicher: „Ja. Weiß ich.“ – Lanz prompt: „Wieviel?“ – Klüssendorf plötzlich unsicher: „Nee, sorry, ein Drittel, die Hälfte ungefähr.“ – Lanz auf den Punkt: „Wieviel vom BIP, in Billionen gerechnet?“ – Klüssendorf jetzt sichtlich nervös: „Also das BIP ist bei 1 Komma irgendwas? Also ich kann es jetzt nicht in Zahlen beziffern. Ich weiß, dass Sie das immer gerne machen, aber ich weiß, wie viel die Rente, ein Drittel …“ – Lanz mit leisem Vorwurf: „Man muss doch wissen, wovon man redet.“ – Klüssendorf hilflos: „Ich glaube, 50 Prozent Sozialquote, aber – korrigieren Sie mich.“ – Lanz unerbittlich: „In Zahlen jetzt! Wie viele Billionen für Soziales? Es geht doch um die Reform.“

SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf im Gespräch mit Markus Lanz
Foto: Markus Hertrich/ZDF
Denn, so Klüssendorfs verblüffende Erklärung: „Das wird bei der Rente zum Beispiel gemacht, und dann stellt man relativ schnell fest, dass aber der Anteil an dem, was der Staat ausgibt, sowohl der Steuerzuschuss als auch das Bruttoinlandsprodukt, total konstant sind. Und jedes Jahr wird wieder von Rekordzahlen gesprochen. Ich bin ja Volks- und Betriebswirt.“ – Lanz hakte prompt nach: „Sie darf ich das ja fragen.“ – Klüssendorf wieder etwas sicherer: „Genau. Hundertprozentig. Die absoluten Zahlen sind nicht ganz so relevant. Ich kenne meistens die relativen Zahlen, weil, da hilft es eben, weiter zu schauen, weil es dann ja vergleichbar ist. Ansonsten ist es nicht vergleichbar. Aber steuern Sie die Zahl gerne noch mal nach.“
Methodik-Streit um Sozialausgaben und BIP-Anteile
Lanz prompt: „Ich glaube, es sind 1,3 Billionen.“ Lanz danach: „Letzte Frage in diesem Zusammenhang: Mit wie viel Geld bezuschussen wir die Krankenkassen jedes Jahr?“ – Klüssendorf wieder ratlos: „Weiß ich nicht.“ – Lanz: „Ungefähr? Haben Sie eine Idee?“ – Klüssendorf kapitulierte erneut: „Nee. Sagen Sie!“ – Lanz: „Über 13 Milliarden.“ – Und Klüssendorf plötzlich wie erleuchtet: „Ach so. Ja, klar. Sorry. Wegen der Bürgergeldempfänger.“ Die Sorge des SPD-Generals kam dann wieder mit viel Überzeugung: „Ich will am Ende nicht sagen, ich muss wieder Beiträge erhöhen, und am Ende müssen es die Leute, die jeden Tag arbeiten gehen, zahlen.“