Hauseigentümer in der Feldberger Seenlandschaft hatten dieser Tage eine Postwurfsendung des Energieunternehmens Enpal mit Hauptsitz in Berlin in ihren Briefkästen. „Unser Regionalleiter Herr Brandt und sein Team sind aktuell rund um 17258 unterwegs, um das Solarpotenzial verschiedener Nachbarschaften einzuschätzen“, heißt es darin.
Empfohlene Artikel
Und weiter: „Dabei wurde Ihre Straße positiv hervorgehoben, mit hervorragenden Voraussetzungen für eine Solaranlage.“ Demnach sind manche Straßen geeignet für Energieerzeugung auf Dächern, andere nicht? Unternehmenssprecherin Lea Heck erklärte am Freitag auf Nachfrage die Kriterien.
Kundschaft ist 60 +
Zielgruppe seien vor allem ältere Kunden mit großen Dächern. Daher sei die Ortswahl aufs Land und die Methode auf den Briefkasten-Flyer gefallen. Wer etwa in einem Wohnblock wohnt, werde wahrscheinlich kein Schreiben erhalten haben. „Wir beraten meistens Eigenheimbesitzer ab 60 aufwärts mit den finanziellen Möglichkeiten und großer Dachfläche, die oft in älteren Häusern wohnen, nicht unbedingt in Neubauten.“ Sitzt bei der genannten Zielgruppe der Geldbeutel wirklich so locker?
Über die Zahl der Rückmeldungen gab Lea Heck keine Auskunft. Das Projekt „Enpal kommt in Ihre Straße“ sei „in einer Pilotphase“, Interesse sei aber durchaus vorhanden, schätzte sie ein. Es sei geplant, die Aktion auch auf andere Regionen im ländlichen Raum des Nordostens auszudehnen.
Beratungsgespräch als Video-Konferenz
Im weiteren Verlauf des sich möglicherweise anbahnenden Geschäftes setze das Unternehmen dann aber doch auf eine Mischung aus Offline und Online. Zunächst einmal können sich Interessenten auf einer Internetseite informieren, ob ihr Haus wirklich in Frage kommt und sich zugleich für ein erstes Beratungsgespräch anmelden. Dieses erfolgt, so nicht ausdrücklich anders gewünscht, in einer Online-Video-Konferenz. Das sei, sagt Lea Heck, heutzutage dann doch sogar der betagteren Kundschaft lieber und praktischer, als sich erst irgendwohin begeben oder Besuch empfangen zu müssen.
Enpal ist nach eigenen Angaben „seit der Gründung 2017 in Berlin Marktführer für Solaranlagen in Europa, für Wärmepumpen in Deutschland sowie größter wettbewerblicher Messstellenbetreiber für Smart Meter“, also digitale Gas-, Wasser- und Stromzähler. Das Unternehmen spricht von rund 115.000 Kunden in Deutschland und Italien – man sei gerade dabei, weiter zu expandieren.