Die allermeisten Menschen naschen gerne – auch wenn sie wissen, dass Süßigkeiten nicht gesund sind. Dabei könnte auch die Tageszeit einen Einfluss darauf haben, wie schädlich der Zucker auf unseren Körper wirkt.

Schokolade, Keksen und Kuchen zu widerstehen, ist oft schwer – schließlich geben uns Süßigkeiten kurzfristig ein gutes Gefühl. Allerdings braucht unser Körper braucht die Extraportion Energie meistens gar nicht. Im Gegenteil: Viel Süßes kann erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

Hoher und häufiger Zuckerkonsum kann unter anderem zu Karies und Übergewicht führen. Das wiederum begünstigt Folgeerkrankungen wie Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nun gibt es erste Hinweise darauf, dass Süßigkeiten zu bestimmten Tageszeiten besonders schädlich sind.

Die Frage nach dem besten Zeitpunkt fürs Essen

Die Frage, wie sich der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme auf den Körper auswirkt, beschäftigt die Wissenschaft schon lange. Viele Studien haben untersucht, inwieweit das Auslassen des Frühstücks oder der Zeitpunkt des Abendessens die Gesundheit beeinflusst.

Doch nur wenige Studien haben sich spezifisch der Frage gewidmet, welchen Einfluss die Tageszeit hat, zu der wir Süßigkeiten naschen.

Für Ratten sind Süßigkeiten vor dem Schlafengehen besonders schädlich

Eine Studie aus dem Jahr 2023 hat an Ratten untersucht, welchen Einfluss der Zeitpunkt der Aufnahme von Zucker hat. Die nachtaktiven Ratten wurden in zwei Gruppen unterteilt: Die erste Gruppe bekam um 8 Uhr morgens (also vor der Ruhephase) etwas Süßes, die andere Gruppe abends um 20 Uhr zu Beginn ihrer aktiven Phase.

Das Ergebnis: Diejenigen Ratten, die quasi zum Schlafengehen Zucker bekamen, nahmen mehr an Gewicht zu und hatten ein höheres kardiometabolisches Risiko, als diejenigen, die nach dem Schlafen Süßes bekamen. Zudem wurde der Biorhythmus der Ratten durch den abendlichen Zucker leicht gestört.

Die Wissenschaftler:innen gehen davon aus, dass Zucker vor dem Schlafengehen vom Körper schlechter verarbeitet werden kann, weil der Energieverbrauch zu diesem Zeitpunkt sinkt, die Fettspeicherung begünstigt ist und hormonelle Regulationsmechanismen weniger effizient arbeiten.

Die Schlussfolgerungen aus der Studie lassen sich nicht eins zu eins auf den Menschen übertragen. Gleichzeitig deuten andere Studien an Menschen aber ebenfalls daraufhin, dass eine hohe Energiezufuhr und große Mengen an einfachen Kohlenhydraten am Abend eher schädlich für den Körper sind.

Schokolade zum Frühstück? Überraschende Studienergebnisse

Es gibt sehr wenige Untersuchungen, die sich mit dem Einfluss der Tageszeit beim Verzehr von Süßigkeiten bei Menschen auseinandergesetzt haben.

Eine kleine Studie aus dem Jahr 2021 hat an Frauen untersucht, ob die Tageszeit, zu der sie Schokolade essen, die Energieaufnahme und das Körpergewicht beeinflusst.

19 Frauen, die bereits die Wechseljahre hinter sich hatten, wurden für zwei Wochen in drei Gruppen unterteilt: Gruppe 1 aß morgens 100 Gramm Milchschokolade, Gruppe 2 abends, Gruppe 3 gar keine Schokolade. Abgesehen von der Schokolade aßen die Frauen wie gewohnt. Die Ergebnisse sind überraschend:

  • Die 14-tägige Schokoladenzufuhr führte nicht zu einer Gewichtszunahme, einem höheren Taillenumfang oder einem höheren Körperfettanteil.
  • Der Schokoladenkonsum verringerte den Hunger und den Wunsch nach Süßigkeiten, insbesondere in der Gruppe, die morgens Schokolade aß.
  • Die Energieaufnahme durch die normale Ernährung verringerte sich um 300 Kilokalorien pro Tag, bei den Frauen, die morgens Schokolade aßen. Die Frauen, die abends Schokolade aßen, nahmen 150 Kilokalorien weniger durch die alltägliche Ernährung auf. In Summe erhöhte sich die Energieaufnahme jedoch durch die zusätzliche Kalorienzufuhr durch die Schokolade.

Demnach hemmte die Schokolade am Morgen den Appetit, förderte die Fettverbrennung und war metabolisch besser für den Körper. Schokolade am Abend hatte weniger positive Effekte und veränderte den Biorythmus der Frauen leicht.

Eine mögliche Erklärung für die überraschend positiven Wirkungen der Schokolade könnten die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe und ihre appetitreduzierende Wirkung sein. Zudem senkt Schokolade am Morgen möglicherweise den Cortisolspiegel, was ebenfalls den Appetit reduzieren kann.

Wichtig: Man muss diese Ergebnisse mit großer Vorsicht betrachten, da es sich um eine sehr kleine und spezifische Probandinnengruppe sowie einen sehr kurzen Untersuchungszeitraum handelt.

Wann sind Süßigkeiten besonders schädlich?

Die Studienlage ist also zwar nicht ganz eindeutig, deutet aber darauf hin: Möglicherweise sind Süßigkeiten vor dem Schlafengehen besonders schädlich.

Man muss allerdings festhalten, dass bislang nur einzelne Studien mit begrenzter Aussagekraft für den menschlichen Körper bekannt sind.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) fehlt es bisher an qualitativen Humanstudien, die zeigen, dass die Reduzierung der Nahrungszufuhr auf ein bestimmtes Zeitfenster zu einer Gewichtsreduktion führt. Wie Silke Restemeyer von der DGE einräumt, deutet der aktuelle Kenntnisstand aber darauf hin, dass man eine hohe Energiezufuhr und den Verzehr großer Mengen an Kohlenhydraten mit hohem GI (Glykämischen Index) am Abend eher vermeiden sollte.

Grundsätzlich herrscht in der Wissenschaft Konsens, dass ein übermäßiger Verzehr von Süßigkeiten die Gesundheit negativ beeinflusst – egal zu welcher Tageszeit. Das heißt zwar nicht, dass du dogmatisch komplett auf Zucker verzichten musst. Doch: Je weniger, desto besser.

Bitte lies unseren Hinweis zu Gesundheitsthemen.

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