Münster – Starke regionale Unterschiede kennzeichnen die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Nord Westfalen, die die IHK in Münster vorgestellt hat. Danach zeigt die Wirtschaft im Münsterland erste Anzeichen von mehr Zuversicht, während sich die Stimmung bei den Unternehmen in der Emscher-Lippe-Region weiter verschlechtert. „Die beiden Teilregionen unseres IHK-Bezirks driften gerade kräftig auseinander“, stellt IHK-Präsident Lars Baumgürtel fest.
Der IHK-Konjunkturklimaindikator, der die gegenwärtige Geschäftslage der Unternehmen und ihre Geschäftserwartungen in einem Wert ausdrückt, zeigt die Entwicklung: Im Münsterland liegt er nach einem weiteren Anstieg seit der Umfrage vom Herbst 2025 nun bei 109 Punkten, in der Emscher-Lippe-Region nach einem erneuten Rückgang bei 77 Punkten. „Licht und Schatten liegen in unserem IHK-Bezirk dicht beieinander“, so Baumgürtel. Vor allem aufgrund der überdurchschnittlichen Bedeutung der energieintensiven Industrie und einer höheren Exportabhängigkeit bekomme die Emscher-Lippe-Region die internationalen Wettbewerbsnachteile besonders zu spüren, betonte der Geschäftsführende Gesellschafter der Zinq GmbH (Gelsenkirchen). Das zeige sich auch an den Auslandsumsätzen des vergangenen Jahres (Januar bis Oktober). Während sie in der Emscher-Lippe-Region um 7,8 Prozent zurückgingen, stiegen sie im Münsterland sogar um 2,5 Prozent.
Investitionsschwäche noch nicht überwunden
Dass die Investitionsschwäche in der regionalen Wirtschaft noch nicht überwunden ist, skizzierte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Fritz Jaeckel anhand der Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage. Zwar will über ein Viertel der Betriebe die Ausgaben für Investitionen erhöhen (26,9 Prozent). Gleichzeitig planen aber etwas mehr Unternehmen, ihre Investitionen zu reduzieren (28,2 Prozent). „Rund zwei Drittel aller Betriebe investieren lediglich in Ersatzbeschaffungen“, betonte Jaeckel. Und in der Industrie nutze gut die Hälfte der Betriebe die Investitionen für Rationalisierungsmaßnahmen, was aus Sicht des Hauptgeschäftsführers den hohen Anpassungsdruck unterstreicht.
Die Umfrageergebnisse passen für Jaeckel zu den aktuellen Zahlen aus der Bundesstatistik. Danach sind die Investitionen für Maschinen und Geräte im vergangenen Jahr um 3,3 Prozent zurückgegangen. „Das war der vierte Rückgang in Folge“, betonte er. Dabei seien es doch „gerade neue Maschinen und Anlagen, die darüber entscheiden, ob ein Industriestandort seine Produktivität verbessern kann“.