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München – Sabotage, Cyberangriffe, gezielte Desinformation – die Bedrohungen kommen heute leise, aber mit großer Wirkung. Der Blackout in Berlin Anfang Januar hatte weite Teile des öffentlichen Lebens in der Hauptstadt lahmgelegt. Nach einem Brandanschlag auf ein Kraftwerk hatten fast 45.000 Haushalte keinen Strom, keine Heizung, kein Mobilnetz und Supermärkte waren geschlossen. Menschen waren plötzlich auf sich gestellt. Ein Vorgeschmack auf Bedrohungslagen, die Deutschland zunehmend unter Druck setzen.

Vor solchen Szenarien warnen die Hilfsorganisationen Bayerisches Rotes Kreuz (BRK) und die Malteser in Bayern. Am Montag forderten BRK und Malteser in München deshalb, den Zivilschutz konsequent weiterzuentwickeln – damit die Bevölkerung besser geschützt ist und der Zivil- und Katastrophenschutz auch in komplexen Krisen handlungsfähig bleibt.

Deutsche haben Vollkasko-Mentalität

Christoph Friedrich (57), Landesgeschäftsführer der Malteser, zu BILD: „Ganz einfach gesagt: Deutschland hat Krise verlernt. Aber nur wer vorbereitet ist, bleibt handlungsfähig.“

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Thomas Haas (48), Co-Chef vom Bayerischen Zentrum für besondere Einsatzlagen (BayZBE): „Wenn die Bevölkerung ab Minute 1 Hilfe braucht, funktioniert das System nicht. Es braucht selbstständige und vorbereitete Grundversorgung für mehrere Tage. Wir haben das Thema wegen einer Vollkasko-Mentalität verlernt. Und die Einschläge kommen immer näher.“

Am 3. Januar stehen Einsatzkräfte der Polizei an der Brandstelle einer Kabelbrücke vor dem Kraftwerk Lichterfelde in Berlin. Nach dem Anschlag hatten fast 45.000 Haushalte keinen Strom

Am 3. Januar stehen Einsatzkräfte der Polizei an der Brandstelle einer Kabelbrücke vor dem Kraftwerk Lichterfelde in Berlin. Nach dem Anschlag hatten fast 45.000 Haushalte keinen Strom

Foto: Michael Kappeler/dpa

Experte bezeichnete Blackout-Folgen als Blödsinn

Wissenschaftsjournalist Harald Lesch (65) widmete sich bereits 2022 im ZDF dem Thema Stromausfall. Gezeigt wurden auch Nachrichten-Überschriften wie „Das brauchen SIE, falls der Blackout kommt“. Damals erklärte Lesch noch: „Das ist eigentlich alles Blödsinn. Das ist echt Angstmacherei.“

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Malteser-Chef Friedrich riet Lesch, „einen gesunden Blick“ auf die Thematik zu werfen. „Eine bewusste Vorbereitung ist richtig. Das fängt bei Lebensmitteln wie Nudeln, Wasser oder wichtigen Medikamenten an“, so Haas.

„Vorsorge ist keine Frage von Angst, sondern von Verantwortung“, sagt Robert Augustin, BRK-Landesgeschäftsführer. „Wir müssen Menschen befähigen, in Krisen ruhig und handlungsfähig zu bleiben – das schafft notwendige Stabilität.“