Nach einer Luxus-Sanierung seines Sportplatzes ist der Fußball-Kreisligist SSV Kulkwitz finanziell ins Straucheln geraten. Einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Borna konnte der Verein jetzt zurückziehen, sagte der Vorstandsvorsitzende Jens Luckner am Montag MDR SACHSEN.

Luxussanierung 2016 nach Hochwasser

Der 1920 gegründete Klub hatte zuvor die Kosten für den Betrieb seines Sportplatzes nicht mehr stemmen können: „Die Zahlungen stiegen ins Unermessliche“, so Luckner. Unter anderem konnte der kleine Verein, der in der elften Liga spielt, eine Wassernachzahlung von 9.000 Euro nicht mehr leisten.

Rasen wie bei Schalke 04

Die Kulkwitzer Sport-Anlage war nach dem Hochwasser 2013 luxussaniert worden: „Der Rasen ist identisch zu dem von Schalke 04“, erzählt der Funktionär. Es gebe eine Bewässerungsanlage, eine Drainage und einen speziellen Rollrasen, der nicht auf Mutterboden, sondern auf einer extra Sandschicht verlegt werden müsse. Der Rasen müsse täglich gepflegt werden. Schon vor zehn Jahren hatte Luckner vor den Folgekosten gewarnt, war nach eigener Aussage von der damaligen Rathausspitze in Markranstädt aber nicht gehört worden. Die Stadt ist die Eigentümerin der Anlage, der Klub hat sie gepachtet.

Stadt Markranstädt erhöht Zuschuss

Nun stieß er bei der Rathausspitze rund um Bürgermeisterin Nadine Stitterich (parteilos) auf offenere Ohren. Die Stadt schrieb MDR SACHSEN: „Wir übernehmen die Nachzahlung der Wasserrechnung und haben den laufenden Zuschuss im Haushalt auf 22.000 Euro erhöht.“ Bisher betrug der Zuschuss 16.000 Euro. „Wenn alles grundsaniert ist, kämen wir mit 22.000 Euro hin“, denkt Luckner. Der SSV-Vorstand lobt die Bemühungen der Stadt: „Die jetzige Bürgermeisterin hat uns wahnsinnig geholfen, auch die Stadt selber. Wir hatten da einen guten Austausch.“

CDU/BfM-Fraktion kritisiert Stadt

Die Stadt hatte im Entwurf ihres Haushaltsplans ursprünglich vorgesehen, den Zuschuss auf 21.600 Euro zu erhöhen. Am 4. Dezember 2025 beschloss der Stadtrat jedoch einen Antrag der gemeinsamen Fraktion CDU/BfM, der den Zuschuss auf 22.000 Euro festlegte – also 400 Euro mehr als bisher. Freie Wähler, Linke, AfD und auch die Bürgermeisterin Stitterich stimmten gegen die Erhöhung. Das sorgte für Kritik von CDU und BfM. „Wenn es nach Bürgermeisterin und Verwaltung gegangen wäre, hätte der SSV Kulkwitz keinen Cent zusätzlich erhalten,“ schreibt die Fraktion nun in einer Pressemitteilung.

Die Bürgermeisterin begründete ihre Ablehnung mit finanziellen Gründen: Der Haushalt sei bereits überlastet gewesen. Weitere freiwillige Ausgaben hätten dazu führen können, dass die Stadt langfristig ihre Pflichtaufgaben nicht mehr sicher erfüllen könne.

Neues Kosten-Konzept

Derzeit arbeitet die Kommune an einem Nutzungskonzept, das die „Betriebs-, Unterhaltungs- und Wartungskosten des Platzes einbezieht“. Die Maßnahmen würden den städtischen Gremien vorgestellt und müssten gegebenenfalls vom Stadtrat beschlossen werden. Bei der Unterstützung des SSV Kulkwitz müsse man „auch auf einen Interessensausgleich gegenüber unseren anderen Vereinen achten“, sagte Stitterich. Der Platz dient auch als Schulsportanlage für die Grundschule vor Ort.