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Halberstadt (Sachsen-Anhalt) – Der deutsche Mittelstand stöhnt: hohe Energiekosten, überbordende Bürokratie und Personalkosten, die immer weiter steigen. Das bringt auch immer mehr Handwerksbetriebe in finanzielle Schwierigkeiten. Jetzt hat es die Bäckerei-Kette HBK erwischt – sie hat Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet.

Das bestätigte eine Firmensprecherin auf BILD-Anfrage. Dem Unternehmen steht seit Anfang der Woche ein Restrukturierungsexperte der Beratungsfirma Innovatis zur Seite. Gemeinsam soll ein Rettungsplan erarbeitet und der Traditionsbetrieb aus der Insolvenz gerettet werden. Die Magdeburger Volksstimme berichtete zuerst über die Schieflage der Firma.

Die Bäcker des Traditionsbetriebs rollen den Domstollenteig zu Laibern

Die Bäcker des Traditionsbetriebs rollen den Domstollenteig zu Laibern

Foto: picture alliance/dpa

Das sagt die Bäckerei zur Insolvenz

Die HBK – das Kürzel steht für Halberstädter Bäcker und Konditoren GmbH – gibt es seit 1963. Aus der ehemaligen Produktionsgenossenschaft zu DDR-Zeiten wurde nach der Wende ein florierendes Unternehmen in Sachsen-Anhalt mit derzeit 22 Filialen und mehr als 120 Mitarbeitern.

„Unser Geschäftsbetrieb ist stabil, und wir sind regional gut etabliert. Die Eigenverwaltung gibt uns den notwendigen Handlungsspielraum, um das Unternehmen nachhaltig zu sanieren und langfristig zu sichern“, heißt es aus der Geschäftsführung.

Bäckermeister Peter Potratz von den Halberstädter Bäcker und Konditoren GmbH knetet den Teig für den Klassiker „Domstollen“

Bäckermeister Peter Potratz formt den Teig für einen Halberstädter Domstollen

Foto: picture alliance/dpa

Was Kunden jetzt wissen müssen

Wie es genau weitergeht, ist noch unklar. Die Rede ist von „Optimierung der Kostenstruktur“, „strategischer Weiterentwicklung des Filialnetzes“. Außerdem sollen neue Absatz- und Vertriebswege erschlossen werden. Das heißt: Es soll gespart werden – womöglich auch an Filialen – und gleichzeitig der Umsatz gesteigert werden. Keine kleine Herausforderung.

Die Kunden werden zunächst von der Insolvenz in Eigenregie nichts bemerken. Der Betrieb läuft wie gewohnt. Und auch die Löhne der Mitarbeiter sind über das Insolvenzgeld für die kommenden Monate gesichert.