Auslandswachstum und das Budgetsegment sollen TUI auch künftig Umsatzsteigerungen bringen.

Auslandswachstum und das Budgetsegment sollen TUI auch künftig Umsatzsteigerungen bringen.

picture alliance/dpa | Matthias Balk

Laut Handelsblatt will TUI künftig stärker auf günstige Reisen setzen, wie der Konzernchef im Gespräch bestätigte.

Premiumangebote wie Riu-Hotels und Kreuzfahrten bleiben zentral, doch das Wachstum in Deutschland stagniert.

Auslandsexpansion und flexible Reisepakete sollen TUI neue Kunden und Umsatz bringen.

TUI richtet seine Strategie neu aus und will künftig deutlich stärker auch preisbewusste Urlauber ansprechen. Wie aus einem Bericht des „Handelsblatts“ hervorgeht, plant Europas größter Reisekonzern, sich das Segment der budgetfreundlicheren Reisen genauer anzuschauen und sich dort als relevanter Anbieter zu etablieren. Bislang liegt der Marktanteil in diesem Bereich bei rund 15 Prozent. Das Management sieht hier weiteres Potenzial, insbesondere in Märkten, in denen TUI bislang nicht zu den führenden Anbietern zählt.

Deutsche Kunden sparen, Auslandsmärkte sollen wachsen

Auslöser für den Strategiewechsel sind vor allem die veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Während das hochwertige Reisegeschäft für TUI weiterhin eine tragende Säule bleibt, stößt dieses Segment in Deutschland zunehmend an Wachstumsgrenzen. Viele Haushalte reagieren auf die Folgen der Wirtschaftskrise mit Zurückhaltung beim Konsum. Das betrifft auch den Urlaub. Zwar plant noch immer eine große Mehrheit der Deutschen eine Reise, doch der Anteil liegt spürbar unter dem Niveau des Vorjahres. Wachstum ist für TUI damit vor allem dort möglich, wo Marktanteile noch ausgebaut werden können oder neue Kundengruppen erreichbar sind.

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Gleichzeitig blickt der Konzern verstärkt über den deutschen Markt hinaus. TUI deckt Angebote in Ländern wie Tschechien und Rumänien sowie in Teilen Lateinamerikas ab. Diese Märkte sollen weiter erschlossen werden, um neue Erlösquellen zu schaffen.

Das aktuelle Portfolio zeigt ein gemischtes Bild. Gut läuft nach wie vor das hochwertige Reisegeschäft mit eigenen Marken wie Riu sowie das Kreuzfahrtangebot von Mein Schiff. Nach dem Ende der Pandemie profitierte TUI stark vom Nachholbedarf der Kunden, die bereit waren, für Urlaubsreisen auch tiefer in die Tasche zu greifen. In dieser Phase entwickelte sich der Profit sogar besser als der Umsatz. Doch dieser Effekt flacht zunehmend ab.

Modulare Pakete und persönliche Beratung im Fokus

Darauf reagiert TUI mit einer Anpassung seines Angebots. Neben klassischen Pauschalreisen setzt der Konzern zunehmend auf flexiblere Modelle, bei denen Kunden ihre Reisen individueller zusammenstellen können. Flüge, Unterkünfte und Zusatzleistungen sollen stärker modular buchbar sein, auch unter Einbindung externer Anbieter. Das soll nicht nur Preisvorteile ermöglichen, sondern auch die Auswahl an Reisezielen erweitern, ohne die Marke durch aggressive Preissenkungen zu beschädigen.

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Ergänzend investiert TUI weiter in digitale Buchungswege über App und Website, hält aber zugleich am stationären Vertrieb fest. Das Reisebüro vor Ort sieht der Konzern weiterhin als wichtigen Bestandteil der Kundenansprache, insbesondere bei komplexeren Reisevorhaben. Vor allem in Osteuropa wird der Ausbau des stationären Netzes vorangetrieben. TUI versucht damit, Flexibilität, Preisbewusstsein und Beratung zu verbinden und sich in einem schwieriger werdenden Marktumfeld breiter aufzustellen.

fs