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Lebensmittel wie Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst, Vollkornprodukte, Nüsse, Käse und etwas Fleisch liegen auf einem Tisch.Lebensmittel wie Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst, Vollkornprodukte und Nüsse stehen bei der planetenfreundlichen Ernährung im Fokus. © IMAGO / Panthermedia

Die Planetary Health Diet wirft bei vielen Fragen auf. Was sollte jeder wissen, der sich auf diese Weise ernähren möchte? Fünf Mythen im Check.

Die Planetary Health Diet (PHD) wurde 2019 von der EAT-Lancet-Kommission entwickelt. Ziel, so das Bundeszentrum für Ernährung, ist es, die Gesundheit des Menschen und die der Erde gleichermaßen zu schützen. Die Kommission errechnete, dass mit der PHD pro Jahr weltweit 15 Millionen ernährungsbedingte Todesfälle vermieden werden können. Das Konzept setzt auf eine überwiegend pflanzliche Ernährung, bei vielen Menschen wirft es Fragen auf. In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit fünf Mythen rund um die Ernährungsweise. Den kostenlosen PDF-Ratgeber zur Planetary Health Diet können Sie sich hier herunterladen.

Mythos 1: Man muss Veganer werden

Falsch! Ein hoher Konsum von rotem Fleisch erhöht zwar nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) das Risiko für Diabetes Typ 2, Darmkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Trotzdem müssen Sie, wenn Sie sich nach der Planetary Health Diet ernähren, nicht auf Fleisch verzichten: Die PHD entspricht einer flexitarischen Ernährung, bei der Fleisch zur Beilage wird, statt die Hauptrolle zu spielen. Sie setzt auf geringe Mengen Fleisch und tierische Lebensmittel – auch weil deren Produktion großen Einfluss auf die Treibhausgasemissionen hat. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, den Konsum von Fleisch zu reduzieren und pro Woche maximal 300 Gramm zu verzehren.

Planetary Health Diet: das Ratgeber-PDF

Hier können Sie sich das PDF „Planetary Health Diet“ kostenlos herunterladen.

Preview: PDF-Bibliothek „Planetary Health Diet“In der PDF-Bibliothek können Sie den Ratgeber „Planetary Health Diet“ herunterladen. © IPPEN.MEDIA/IMAGO/ShotstopMythos 2: Die Planetary Health Diet ist teuer

Das stimmt nicht. Bei der Planetary Health Diet stehen pflanzliche Lebensmittel im Vordergrund. Bohnen, Linsen und Haferflocken sind günstiger als Fleisch. Wenn Sie clever einkaufen, können Sie zusätzlich sparen. Tipps:

  • Kaufen Sie saisonal und regional: Gemüse und Obst der Saison sind meist günstiger und sparen außerdem Transportwege (was gerade reif ist, können Sie in unserem Saisonkalender nachlesen).
  • Kochen Sie selbst: Das ist nicht nur gesünder, sondern auch günstiger.
  • Greifen Sie zu Eigenmarken: Die gibt es in vielen Supermärkten. Die Qualität entspricht in der Regel der von Markenprodukten, sie sind aber deutlich preiswerter.
  • Kommen Sie spät zum Wochenmarkt: Kurz bevor die Stände schließen, senken viele Händler die Preise, um die Lebensmittel nicht wieder mitnehmen zu müssen. Lassen Sie sich von Druckstellen nicht abschrecken – besonders dann, wenn Sie die Lebensmittel gleich zubereiten wollen.
  • Erstellen Sie einen Wochenplan: Wenn Sie nur das einkaufen, was Sie auch verbrauchen, vermeiden Sie, etwas wegwerfen zu müssen. Notieren Sie sich, was Sie kochen wollen, und kaufen Sie gezielt ein. So vermeiden Sie (teure) Spontankäufe.
  • Mischen Sie sich Ihr Müsli selbst: Fertigmüslis sind oft nicht nur sehr zuckerhaltig, sondern auch teuer. Kaufen Sie die Zutaten einfach einzeln und mischen Ihr Lieblingsmüsli selbst.

Mythos 3: Man riskiert Protein- und Eisen-Mangel

Auch das stimmt nicht. Fleisch ist nicht der einzige Lieferant dieser Nährstoffe. Korrekt ist, dass Protein und Eisen aus tierischen Quellen als besser verfügbar gelten. Aber bei einer abwechslungsreichen Ernährung mit proteinreichen pflanzlichen Lebensmitteln wie Nüssen, Hülsenfrüchten, Getreide und Sojaprodukten ist die Auswahl nach Angaben der Albert-Schweitzer-Stiftung so vielfältig, dass die biologische Wertigkeit meist nicht explizit berücksichtigt werden müsse. Tierisches Protein könne im Übermaß zudem schädlich sein.

Um die Eisenaufnahme zu verbessern, empfiehlt die Stiftung, eisenhaltige pflanzliche gleichzeitig mit Vitamin-C-haltigen Lebensmitteln aufzunehmen. So könne der Eisenbedarf gedeckt werden. Gute Beispiele für eisenhaltige pflanzliche Lebensmittel: Haferflocken, Hirse, Kürbiskerne, grünes Blattgemüse und Hülsenfrüchte.

Proteinreiche Lebensmittel – umfangreiche Liste zum Herunterladen

Laden Sie sich hier den kostenlosen PDF-Ratgeber über proteinreiche Lebensmittel herunter – mit Informationen zur Rolle von Proteinen für die Gesundheit.

Preview: PDF-Liste mit proteinreichen LebensmittelnIn der PDF-Bibliothek können Sie sich kostenlos unsere Liste mit proteinreichen Lebensmitteln herunterladen. © IPPEN.MEDIAMythos 4: Die Planetary Health Diet macht nicht satt

Falsch! Pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte sind reich an Ballaststoffen. Diese Pflanzenfasern sind unverdaulich und wirken wie Füllstoffe. Dadurch erhöhen sie das Sättigungsgefühl.

Weitere Vorteile: Sie müssen länger und gründlicher gekaut werden und lassen den Blutzucker nur langsam ansteigen. Deshalb bleibt man nach der Mahlzeit länger satt.

Mythos 5: Die Plantary Health Diet ist nur etwas für Klima-Aktivisten

Das stimmt nicht. Natürlich tun Sie mit der Planetary Health Diet etwas für Umwelt und Klima. Vor allem aber profitiert Ihre Gesundheit, wenn Sie Fleisch zugunsten von Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Nüssen, Samen und Hülsenprodukten reduzieren. Der Verzicht auf hochverarbeitete, kaloriendichte und salzreiche Lebensmittel und zuckerhaltige Getränke wirkt sich außerdem nach Angaben der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit positiv auf die Gesundheit aus.

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