Führungsstreit in Frankreich
Warten auf ein Urteil: Le Pen oder Bardella?
11.02.2026 – 20:50 UhrLesedauer: 3 Min.
Bardella ist der politische Ziehsohn von Le Pen. (Archivbild) (Quelle: Thomas Padilla/AP/dpa/dpa-bilder)
Marine Le Pen wartet auf das Urteil im Berufungsprozess. Dort entscheidet sich ihre politische Zukunft. Ihr Zögling Jordan Bardella übernimmt die politische Bühne. Sein Ziel: die Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr.
Ganz Frankreich wartet auf das Urteil im Berufungsverfahren gegen Rechtspopulistin Marine Le Pen. Nur einer schafft schon mal Fakten. Jordan Bardella, 30, Chef der Le-Pen-Partei Rassemblement Nationale (RN), erklärte sich im Mittwoch auf der Plattform Instagram: Er sei frei und „niemandem etwas schuldig“, erklärte er – um dann noch knapp seine „Freundschaft“ mit „Marine“ zu erwähnen. Das ist mehr eine Unabhängigkeitserklärung als ein Treuebeweis.
Le Pen muss sich derzeit vor Gericht in einem Betrugsverfahren verantworten. Es geht um die unrechtmäßige Verwendung von EU-Geldern für die Partei RN. Ein erster Prozess endete mit dem Verbot, für ein politisches Amt zu kandidieren.
Schon die Kommunalwahl in Frankreich in diesem März bietet ihm eine erste Bewährungsprobe. Am vergangenen Wochenende schaltete Bardella sich erstmals in den Kommunalwahlkampf ein. Seine Auftritte machen deutlich, dass er vor allem für sich selbst kämpft – mit Selfies, Bad in der Menge und halbseitigen Autogrammen wie in seinem jüngsten Buch.
Bardella, 30, ist in der Pariser Banlieue aufgewachsen. „Die Banlieue hat mich politisiert“, hat er einmal erklärt. Mit 19 tritt er dem RN bei, da hatte das Kind aus einer italienisch-algerischen Familie gerade sein Geographie-Studium an der renommierten Pariser Sorbonne aufgenommen.
