Zukunft der Biolebensmittel

Biofach Nürnberg: Schokolade ohne Kakao und blaue Butter

11.02.2026 – 16:12 UhrLesedauer: 2 Min.

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Die Biofach-Messe zeigt innovative Produkte – wie diese blaue Nussbutter. (Quelle: Meike Kreil/t-online)

Bei der Messe Biofach zeigen Hersteller, welche Bio-Lebensmittel in Zukunft angesagt sind. t-online hat sich die Trends angesehen und den Geschmackstest gemacht.

Die Biofach in Nürnberg gilt als weltweit größte Fachmesse für Bio-Lebensmittel. Mehr als 2.500 Aussteller aus über 90 Ländern präsentieren ihre Produkte, Ideen und Konzepte für eine nachhaltige Ernährung. Die Hallen sind gefüllt mit Gerüchen, Gesprächen und Innovationen – von neuen Anbautechniken bis zu Verpackungslösungen.

Drei Themen prägen die diesjährige Messe: farbenfrohes Essen, nachhaltige Produktion und gesundheitsorientierte Ernährung. t-online hat die Messe besucht und ein paar Lebensmittel getestet.

Farbe spielt bei vielen Neuheiten eine zentrale Rolle. Hersteller setzen auf natürliche Pigmente aus Obst, Gemüse oder Algen, um Lebensmitteln ein auffälligeres Erscheinungsbild zu geben. In Halle 5 werden etwa vegane Burgerpatties aus Roter Bete, Nudeln mit Spirulina oder Dips aus verschiedenfarbigen Kichererbsen gezeigt. Ziel ist es, pflanzliche Produkte sichtbarer und attraktiver zu machen. Die farbintensiven Lebensmittel sollen zugleich zeigen, dass bewusste Ernährung und visuelle Vielfalt kein Widerspruch sind.

Ungewöhnlich blau kommt etwa ein Aufstrich daher. Es ist die Nussbutter „Blue Velvet“ von Belun Organics aus Bulgarien. Die auffallend blaue Farbe stammt von einer Alge, die es in Grün und Blau gibt. Die Nussbutter schmeckt weniger nach Nuss als nach Zitrone. Sie schmeckt dadurch sehr frisch, ein überraschender Geschmack.

Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf dem Thema Ressourcenschonung. Zahlreiche Aussteller beschäftigen sich mit Kreislaufkonzepten und Verpackungsalternativen. Statt Kunststoff werden Folien aus Zuckerrohr, Reisschalen oder Zellulose präsentiert. Start-ups stellen Snacks aus überschüssigem Obst und Gemüse vor, andere Firmen setzen auf den Ausbau von Pfandsystemen für pflanzliche Milchgetränke. Auch Anbaumethoden wie regenerative Landwirtschaft und Biodiversität stehen im Fokus der Fachvorträge und Produktpräsentationen.

Ein italienischer Hersteller produziert etwa Schokolade ohne Kakao. Eine Alternative zum Klassiker – und das mit 90 Prozent weniger Wasserverbrauch, wie die Firma Choruba versichert. Das Pendant zur Kakaobohne wird aus Fruchtfleisch des Johannesbrotbaums hergestellt. Wer nicht weiß, dass es sich hierbei nicht um herkömmliche Schokolade handelt, schmeckt keinen Unterschied.