Bielefeld. Nach insgesamt neun Jahren der Planung von Wohnungen auf dem Marktplatz-Gelände an der Beckhausstraße in Schildesche entstehen dort nun 31 inklusive Wohnungen für Menschen mit und ohne Assistenzbedarf. Auf dem Platz sind bereits erste Anzeichen des Rohbaus zu sehen. Im Sommer 2027 sollen die beiden Gebäude für den Einzug bereit sein.

Im Oktober des vergangenen Jahres begannen die Bauarbeiten für die Wohnungen – heute lässt sich schon die erste Mauer erkennen. Bereits im Mai soll der gesamte Rohbau der Wohnungen fertig sein, sagt Michael Maag, Bauleiter der Freien Scholle. Das Projekt entsteht in Zusammenarbeit mit „bethel.regional“ und der Freien Scholle.

„Wir haben uns vor neun Jahren getroffen und überlegt, wie dieses Grundstück gut genutzt werden könnte“, sagt Stefan Helling-Voß, Geschäftsführer von „bethel.regional“. Für ihn ist das Projekt eine Herzensangelegenheit: „Es ist eine Bereicherung, wenn Menschen mit und ohne Behinderung zusammenleben.“ Der ehemals öffentliche Parkplatz ist nun eine große Baustelle.


Die Bauarbeiten auf dem Marktplatz in Schildesche gehen voran. - © Andreas Zobe

Die Bauarbeiten auf dem Marktplatz in Schildesche gehen voran.
| © Andreas Zobe

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Neue Wohnungen bis zu 92 Quadratmeter groß 

Die Wohnungen sollen zwischen 45 und 92 Quadratmeter groß sein. Davon werden mindestens 60 Prozent öffentlich gefördert. Diese sollen wie die frei finanzierten Wohnungen gleich ausgestattet sein. Zudem soll das Gebäude durch Wärmepumpen beheizt und regionale Baustoffe benutzt werden.

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Beide Gebäudeteile werden durch einen Gemeinschaftsraum verbunden. Er soll als Treffpunkt für alle Bewohner dienen und ein Ort für kulturelle Veranstaltungen sein. Zudem wird es einen Fahrstuhl geben. Die verschiedenen Größen der Wohnungen unterscheiden sich in ihrer Ausstattung jedoch kaum: Eine inklusiv betreute Wohnung besitzt ein Zimmer, einen offenen Wohnbereich sowie ein modernes Badezimmer. Eine Familienwohnung hat hingegen insgesamt vier Zimmer sowie zusätzlich einen Balkon und einen Pkw-Stellplatz.

Besondere Zeitkapsel im Bau vermauert

Für die Grundsteinlegung wurde eine Zeitkapsel vermauert. Neben dem typischen Inhalt wie tagesaktuellen Zeitungen, dem Bauplan des Projekts sowie Münzen der aktuellen Währung findet zusätzlich eine goldene Stecknadel der Freien Scholle ihren Platz in der Kapsel. „Diese goldene Nadel wird nur zu besonderen Anlässen in die Zeitkapsel gegeben“, verrät der Vorsitzende, Kai Schwartz.

Der Wohnungsbau war bis Oktober lange im Gespräch. Vor der Grundsteinlegung sagte die Bezirksbürgermeisterin in Schildesche, Heidemarie Schönrock-Beckmann: „Wir haben uns schwer für den Bau der Wohnungen eingesetzt.“ Die Baudezernentin Claudia Koch erklärte, warum das Projekt so wichtig sei: „Hier entsteht ein Gebäudeensemble, das weit über das Wohnen hinaus geht. Es ist beispielhaft für eine gelungene soziale Gemeinschaft.“