Zahl deutlich gestiegen

So viele Nutrias werden in der Region Hannover erlegt

11.02.2026 – 16:09 UhrLesedauer: 2 Min.

Nutria-Vorkommen in DeutschlandVergrößern des Bildes

Ein Nutria (Archivbild): Die Tiere haben sich nach Angaben des Deutschen Jagdverbandes stark ausgebreitet. (Quelle: Julian Stratenschulte/dpa/dpa-bilder)

Sie fressen, sie graben – und sie vermehren sich. Nutrias fühlen sich in Niedersachsen offenbar wohl. Doch sie führen zu einigen Problemen.

In Norddeutschland leben viele Nutrias, doch genaue Zahlen dazu gibt es nicht. Erfasst wird nur die Zahl der erlegten Tiere – und die steigt immer weiter. In Niedersachsen wurden im Jagdjahr 2024/2025 laut Landesjagdbericht knapp 54.000 Nutrias gejagt – ein Plus von 19,5 Prozent im Vergleich mit dem vorherigen Jagdjahr.

In der Region Hannover (inklusive Landeshauptstadt) wurden demnach 2024/2025 1.301 Nutrias erlegt. Im Vorjahreszeitraum waren es 1.228. In Niedersachsen dürfen die Nager, die auch Biberratte, Sumpfbiber oder Sumpfratte genannt werden, ganzjährig gejagt werden.

Die Gründe für die zunehmende Zahl der Nutrias sind nach Angaben des Deutschen Jagdverbandes unter anderem unerlaubtes Füttern und günstige klimatische Bedingungen.

Doch die kleinen Nager sind alles andere als harmlos. Sie graben Tunnel in Uferböschungen, Deiche und Gräben, was die Stabilität wasserbaulicher Anlagen gefährden kann. Besonders in Hochwasserlagen besteht damit ein erhebliches Risiko, wie es von der niedersächsischen Landesjägerschaft heißt. Die Tiere fressen demnach große Mengen an Röhricht- und Uferpflanzen. Damit verhindern sie die Renaturierung wertvoller Ökosysteme und zerstören Brut- und Rückzugsräume für gefährdete Arten.

Durch ihr Fressverhalten bedrohen sie mitunter den Lebensraum von anderen, teils seltenen Tierarten. An Flussufern nagen und graben Nutrias bei Schilf und Röhricht an den Wurzeln und vernichten so die Pflanzen. Ohne Schilf am Ufer verändert sich die Fließgeschwindigkeit des Gewässers, die Artenvielfalt leidet.

Auch viele Landwirte sehen Nutrias kritisch, weil diese Gräben nahe von Weideflächen beschädigen. Nach Angaben des Landesbauernverbandes in Niedersachsen können Kühe in Löcher einbrechen, die durch Nutrias verursacht wurden, und sich verletzen.