Deutschland wird als wirtschaftliches und politisches Schwergewicht gebraucht: um die europäische Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit gegenüber Russland zu stärken, die Ukraine auch über ein Kriegsende hinaus zu unterstützen, strategische Verwundbarkeiten gegenüber China zu verringern und ein nachlassendes amerikanisches Engagement in der Nato zu kompensieren. Natürlich kann keine Bundesregierung all das allein leisten. Entscheidend ist vielmehr, ob Deutschland dazu beiträgt, die Europäer – zumindest jene, die dazu bereit sind – zu einem Machtblock zu formen, der seine Interessen gegenüber Russland, China und den USA geschlossen vertritt, oder ob Berlin erneut zögert, in innenpolitischer Nabelschau verharrt und den Kontinent eher spaltet als eint.