Donald Trump (r) hält eine Trophäe, die ihm Jim Grech, Präsident und CEO von Peabody Energy und Vorsitzender des National Coal Council, überreicht hat.

Stand: 12.02.2026 08:03 Uhr

„Saubere, wunderschöne Kohle“: US-Präsident Trump ist gegen Erneuerbare Energien. Seine Regierung fördert den Kohleabbau – dabei ist Kohle auch in den USA immer weniger wettbewerbsfähig.


Carsten Kühntopp

Im East Room des Weißen Hauses – eine Veranstaltung ganz nach dem Geschmack des Präsidenten: Denn Donald Trump wurde von einem Top-Industrielobbyisten eine Auszeichnung überreicht, er sei der „unangefochtene Champion der Kohle“. Seit seinem Amtsantritt tut der Präsident, was er kann, um diese Energiequelle zu fördern.

Vor den Gästen erinnerte er gestern an den Monster-Wintersturm vor wenigen Wochen. Mehr als 200 Millionen Amerikanerinnen und Amerikaner in 35 Staaten seien davon betroffen gewesen, sagte Trump. „Die meisten von ihnen konnten dennoch heiß duschen, weil die Energie dafür aus unserer verlässlichsten Quelle kam – und das ist saubere, wunderschöne Kohle.“

Bei dem Festakt unterschrieb Trump eine Order. Sie verpflichtet das Pentagon, langfristige Verträge zur Belieferung mit Strom aus Kohlekraftwerken abzuschließen. Im Jahr 2022 erhielten die Militäreinrichtungen im Land 45 Prozent ihres Stroms aus erneuerbaren Quellen. Aber die mag Trump nicht.

Trump-Regierung hält Kohleindustrie künstlich am Leben

„Ich bin kein großer Fan dieser verrückten Windräder. Die werden alle in China gebaut“, sagte der Präsident. „Aber dort nutzt man keine Windräder! Schauen Sie sich mal in China um – Sie werden dort keine Windfarmen finden.“

Das ist gelogen: China ist Weltführer bei der Nutzung der Windenergie. Und in Amerika sind es ausgerechnet republikanisch regierte Bundesstaaten, die bei Wind führend sind – etwa 70 Prozent der Windenergie in den USA wird dort produziert.

Die Trump-Regierung gibt jetzt Hunderte Millionen Dollar an Steuergeld aus, um Kohle zu subventionieren. Sie zwingt Betreiber, alte Kohlekraftwerke am Netz zu halten, selbst wenn diese eigentlich abgeschaltet werden sollten. Und: Die Regierung lockert Auflagen für die Sicherheit und Gesundheit der Bergarbeiter.

Vor zwei Wochen stellte der demokratische Abgeordnete Paul Tonko fest:

Innerhalb eines kurzen Jahres haben unsere Wähler bereits begonnen, an den Folgen der Agenda der Trump-Administration zu leiden, lebensrettende Umweltschutzmaßnahmen rückgängig zu machen.

Vonda Robinson von der National Black Lung Association hat jetzt Angst davor, was Trumps Kurs für die Gesundheit von Kohlebergmännern bedeuten wird. Für diese war die Schwarzlungenkrankenheit stets eine große Gefahr. „Trump will Amerika wieder großartig machen. Nun, wir müssen unsere Bergarbeiter wieder gesund machen“, sagte sie beim Sender NPR. „Wir müssen uns um die Sicherheit und Gesundheit unserer Bergleute sorgen.“

Trump sabotiert Erneuerbare Energien

Volkswirtschaftlich gesehen ist Trumps Pro-Kohle-Kurs widersinnig. In den USA arbeiten derzeit nur noch rund 40.000 Menschen im Kohleabbau – landesweit. Diese Zahl ging in den ersten zwölf Monaten von Trumps zweiter Amtszeit um etwa 1.000 zurück.

Im Vergleich zu anderen Energiequellen ist Kohle immer weniger wettbewerbsfähig. Denn andere Energieträger werden immer günstiger. Trump sabotiert deshalb erneuerbare Energien, damit sie im Preis steigen.

So führte er Zölle auf Teile für Solaranlagen ein, brachte das Ende der meisten Steuervorteile im Bereich der Erneuerbaren auf den Weg – und er widerrief Baugenehmigungen für Windfarmen und Solarparks.

Den Amerikanern hat Trump billige Energie versprochen, im Überfluss. Seine Liebe zur Kohle könnte ihm jedoch einen Strich durch die Rechnung machen.