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Frankfurt am Main – In Deutschland hebt heute deutlich weniger ab als sonst! Bei der Lufthansa haben in der Nacht die angekündigten Streiks von Piloten und Flugbegleitern begonnen. Das bestätigte eine Sprecherin der Gewerkschaft Ufo. Die Folgen sind gravierend: Wegen der ganztägigen Arbeitsniederlegungen bleiben Hunderte Jets der größten deutschen Airline am Boden. Wie viele Verbindungen genau gestrichen werden, ließ das Unternehmen zunächst offen – angekündigt wurden jedoch „umfangreiche Flugstreichungen“. Nach Angaben des Flughafenverbands ADV dürften mehr als 460 Flüge mit rund 69.000 Passagieren ausfallen.

  • Ein Blick auf die Abflugtafeln in Frankfurt, Berlin, Hamburg, München, Stuttgart, Düsseldorf, Dresden, Leipzig, Bremen, Hannover zeigt: Lufthansa-Flüge sind dort zur Seltenheit geworden. Der Warnstreik wird sogar Auswirkungen auf den benachbarten Euroairport Basel Mulhouse Freiburg haben.
  • „Der Streik läuft, wie wir es erwartet haben“, sagte Ufo-Tarifexperte Harry Jaeger am Frankfurter Flughafen. Allein am größten deutschen Drehkreuz sind heute hunderte Starts und Landungen der Lufthansa gestrichen. Einzelne Flüge gehen zu Zielen in Europa und Übersee. Laut Flughafenbetreiber Fraport ist es insbesondere im Terminalbereich A deutlich leerer als sonst. Dieser Abschnitt wird ausschließlich von Lufthansa genutzt. Weil alle übrigen Airlines aber nicht bestreikt werden, herrscht in den anderen Abschnitten reger Publikumsverkehr.
  • Der Flughafen München sprach am Vormittag von insgesamt 275 annullierten Starts und Landungen. Das ist mehr als ein Viertel der airline-übergreifend 920 dort für Donnerstag geplanten Flugbewegungen.
  • Welche Airlines fliegen noch? Das sind grundsätzlich erst einmal alle Gesellschaften, die nicht zur Lufthansa-Group gehören. Wichtige Anbieter in Deutschland sind beispielsweise Ryanair, Easyjet und Condor. Aber auch innerhalb des Kranichkonzerns werden längst nicht alle Airlines bestreikt. Neben den Flügen der ausländischen Gesellschaften Swiss, Austrian, Ita und Brussels Airlines sind auch die deutschen Lufthansa-Töchter Eurowings und Discover nicht vom Streikaufruf betroffen.

Passagiere sollen sich vor allem digital informieren und möglichst nicht einfach zum Flughafen fahren. Lufthansa verspricht großzügige Umbuchungen auf elektronischem Weg. Erst am Freitag soll wieder so etwas wie Normalität einkehren.

Die Lufthansa teilte mit, sie buche die Kunden, wenn möglich, selbst um. Das Unternehmen werde die Passagiere unter anderem über E-Mail informieren. Das Unternehmen bittet die Fluggäste, ihre hinterlegten Kontaktinformationen zu überprüfen und gegebenenfalls zu aktualisieren. Innerdeutsch reisende Gäste können die Deutsche Bahn nutzen.

Streik bei Piloten – Warnstreik in der Kabine

Rund 4800 Piloten von Lufthansa und Lufthansa Cargo kämpfen für höhere Arbeitgeberbeiträge zu ihren Betriebs- und Übergangsrenten. Bereits im Herbst hatten sie in einer Urabstimmung mit deutlicher Mehrheit für Arbeitskampfmaßnahmen gestimmt. Dennoch hatte die Gewerkschaft auf einen Streik verzichtet – bis jetzt.

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Parallel dazu macht die Kabinengewerkschaft Ufo Druck: Ohne Urabstimmung der knapp 20.000 Beschäftigten will sie mit einem Warnstreik neue Tarifverträge erzwingen – sowohl bei der Lufthansa-Kerngesellschaft als auch bei der Regionaltochter Cityline. Dort seien wegen der Konzernstrategie rund 800 Jobs bedroht, heißt es. Ufo fordert einen tariflichen Sozialplan, der bislang vom Management verweigert werde.

Vorstand spricht von „völlig unnötiger Eskalation“

Die Lufthansa-Spitze reagiert scharf. Der Vorstand kritisierte die Crew-Streiks als „völlig unnötige Eskalation“. Die Forderungen der Gewerkschaften würden zu weiteren massiven Kostensteigerungen führen, sagte Personalvorstand und Arbeitsdirektor Michael Niggemann in Berlin. Doch dafür gebe es „keinerlei Spielraum“.

Hintergrund: Die größte Airline im Konzern war 2024 in die Verlustzone gerutscht. Mit einem Sanierungsprogramm namens „Turnaround“ soll Lufthansa wieder auf Kurs gebracht werden. Neue Zahlen will der MDax-Konzern am 6. März vorlegen.