Die vier katholischen Kirchengemeinden auf den Südhöhen sind zu Jahresbeginn offiziell zur neuen Pfarrei St. Joseph Wuppertal-Ronsdorf (Südhöhen) fusioniert. Leitender Pfarrer ist Norbert Grund, der zuvor 23 Jahre lang in Bonn-Beuel tätig war. Am 7. September vergangenen Jahres wurde er in einer feierlichen Eucharistiefeier in St. Hedwig in sein neues Amt als Leitender Pfarrer auf den Südhöhen eingeführt.
Dieser Fusionierung vorausgegangen war ein Konflikt der Südhöhen-Gemeinden mit dem Erzbistum Köln über einen Zusammenschluss mit den Gemeinden im Tal, die den Wuppertaler Westen und Elberfeld einschließen. Anlass für den vom Erzbistum ausgehenden Strukturwandel sind sinkende Mitgliederzahlen und entsprechend ausbleibende Kirchensteuereinnahmen. Mit dem Zusammenschluss von Gemeinden sollen Kosten gespart und die Verwaltung effizienter werden, doch auch die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden könne gestärkt werden.
Doch hier auf den Südhöhen war der Widerstand groß, was einen Zusammenschluss mit den Gemeinden im Tal angeht, weiß auch Norbert Grund. Denn sowohl Cronenberg als auch Ronsdorf, fast schon eigenständige Städte, wie Grund es beschreibt, haben mit dem Tal eher weniger gemein. „Es gibt nur wenige Berührungspunkte“, sagt er. Zudem sind die Entfernungen zwischen den Gemeinden sehr groß. „Es wäre nur ein formeller Zusammenschluss, da muss erst einmal etwas wachsen“.
Mehr Kooperation mit Gemeinden im Tal
Zunächst kam es zum Kompromiss, die vier Gemeinden auf den Südhöhen fusionierten zu einer Pfarrei. „Das Bistum hat darauf bestanden, dass diese Fusion sehr schnell erfolgt, schon zum 1. Januar 2026. Als Beitrag zur Vereinfachung der Verwaltung und weil das Bistum auch Einsparpotenzial sieht“, erklärt Grund. Und diese Fusion kann auch bestehen bleiben. Zuvor war eine Befristung der Selbstständigkeit bis 2028 vorgesehen, ehe die Südhöhen-Gemeinden mit den Pastoralen Einheiten Elberfeld und Wuppertaler Westen zusammengelegt werden. Ein späteres Zusammengehen ist aber nicht ausgeschlossen und bleibt weiter eine prüfbare Option. Die begonnenen Kooperationen und das Kennenlernen zwischen den beiden Pastoralen Einheiten sollen weiter gefördert werden.
Grund konnte sich inzwischen gut einleben. Sein Arbeitsalltag ist äußerst breit gefächert: „Ich habe in dieser Leitungsfunktion einiges an verwaltenden Aufgaben zu tun.“ Verwaltungssitz der Gemeinde ist in Cronenberg, die Hauptkirche aber in Ronsdorf. Grund muss sich also oft mit den anderen vier Standorten besprechen und die Aufgaben verteilen. „Es wird aber kein Pfarrbüro geschlossen. Für die Menschen ändert sich erst einmal nichts“, sagt Grund. Es gelten die gewohnten Öffnungszeiten.
Seinen Vorgänger in Ronsdorf, Pfarrer Stratmann, hat Grund schon vor Jahren auf Fortbildungen kennenlernen können. „Durch Erzählungen wusste ich also, in welche Richtung das hier etwa geht.“ Pessimistisch, was die Zukunft der Kirche angeht, ist der Pfarrer nicht „Wir werden zahlenmäßig kleiner“, merkt Norbert Grund an. Doch die Menschen könne man mit der Kirche immer noch erreichen. „Wir müssen besser auf uns aufmerksam machen, etwa in Sachen Öffentlichkeitsarbeit, die man sicherlich noch verbessern kann.“ Eine entsprechende Internetseite für die Pfarreiengemeinschaft auf den Südhöhen gibt es bereits. Wichtig sei auch die Einbindung jüngerer Menschen – sie sind diejenigen, die in den kommenden Jahren die Entscheidungen in den Gemeinden treffen werden. Weiter wolle Grund gemeinsam mit den Gemeinden gucken, „wo man den Menschen etwas Gutes tun kann“.
Nun laufen erst einmal die Vorbereitungen auf die Kirchenvorstandswahlen am 21. und 22. März. „Es finden sich noch immer viele Menschen, die Verantwortung übernehmen wollen“, sagt Grund erfreut.
Ein gemeinsamer Südhöhen-Gottesdienst ist für Sonntag, 10. Mai, in der Kirche St. Joseph in Ronsdorf vorgesehen. Weitere Informationen dazu folgen.