Die Nachricht vom Tod von Hartmut Eulner hat die Schulgemeinschaft der Friedrich-Bayer-Realschule tief getroffen. Mit ihm verliert unsere Schule eine Persönlichkeit, die nicht nur verwaltet, sondern gestaltet hat. Mit Weitsicht, Beharrlichkeit und einer großen Nähe zu seiner Schule.
Wer heute auf die Friedrich-Bayer-Realschule blickt, sieht vieles, das auf seine Handschrift zurückgeht. Er hat die Namensgebung initiiert und damit ein klares Profil nach außen geschaffen. Er richtete die Sportprofilklassen ein und das war nicht einfach ein organisatorisches Projekt, sondern Ausdruck seiner Überzeugung, dass Schule mehr sein muss als Unterricht allein.
Wie sehr ihm das Sportprofil am Herzen lag, zeigen neben vielen anderen zwei besondere Erfolge, auf die er mit spürbarem Stolz zurückblickte. Die beiden Finalteilnahmen der Fußballer der Friedrich-Bayer-Realschule beim Bundesfinale von „Jugend trainiert für Olympia“ in Berlin – einmal in seiner Amtszeit, und ein weiteres Mal kurz danach. Wer mit ihm darüber sprach, merkte sofort, wie sehr ihn solche Momente berührten. Auch, weil sie zeigten, was möglich wird, wenn Schülerinnen und Schüler, Kollegium und Schule als Team zusammenfinden.
Überhaupt war Hartmut Eulner jemand, der Menschen mitnehmen konnte. Er hatte immer einen Spruch auf den Lippen und mit seinen Geschichten und Anekdoten konnte er hervorragend unterhalten. Man hat ihm einfach gerne zugehört. Nicht, weil er sich in den Vordergrund stellte, sondern weil er Humor und Erfahrung so verbinden konnte, dass daraus oft mehr wurde als ein netter Moment.
Bei aller Zugewandtheit blieb er stets der Kapitän, der den Kurs im Blick hatte. Er hatte einen klaren Sinn dafür, was für die Schule wirklich wichtig ist, und er erkannte notwendige Schulentwicklungsprozesse oft sehr früh. Was andernorts lange diskutiert wird, brachte er mit wirkungsvoller Konsequenz auf den Weg. Besonders beeindruckend war dabei sein Gespür dafür, wie wichtig Netzwerke sind und wie man sie knüpft. Auf den Wuppertaler Südhöhen baute er ein außergewöhnliches Geflecht aus Kooperationen auf, von dem unsere Schülerinnen und Schüler bis heute profitieren. „Die Schule muss im Blick bleiben“, sagte er sinngemäß und meinte damit nicht sich selbst, sondern die Sache. Bildungschancen, verlässliche Unterstützung und einen festen Platz in der Stadtgesellschaft. Er verstand Schule als Teil des öffentlichen Lebens und sorgte dafür, dass die Friedrich-Bayer-Realschule als feste Größe wahrgenommen wird.
Als ich mein Amt als Schulleiter antrat, nahm Hartmut Eulner sich Zeit, mir wertvolle Hinweise zu geben. Zu den Besonderheiten der Schule, zu Rahmenbedingungen, zu gewachsenen Strukturen und allen voran zu den Menschen, die diese Schule tragen. Es waren keine langen Vorträge, eher die Art von Ratschlägen, die man erst im Alltag richtig zu schätzen lernt.
Auch nach seinem Eintritt in den Ruhestand blieben wir in unregelmäßigem Kontakt. Er fragte nach und freute sich über Fortschritte.
Ich bin als heutiger Schulleiter sehr dankbar für das, was Hartmut Eulner aufgebaut und mir übergeben hat. Eine Schule mit Profil, mit tragfähigen Partnerschaften, mit einem starken Fundament und einer großartigen Schulgemeinde. Wir werden Hartmut Eulner stets in guter Erinnerung halten und sein Andenken bewahren. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und allen Angehörigen.