Skandal um Schlagersänger

Geständnis unter Tränen: Freddy Quinn drohte Haftstrafe

12.02.2026 – 17:05 UhrLesedauer: 2 Min.

Freddy Quinn (Archivbild): Anfang der 2000er Jahre wurde der Entertainer in Hamburg wegen Steuerhinterziehung verurteilt.Vergrößern des Bildes

Freddy Quinn (Archivbild): Anfang der 2000er-Jahre wurde der Entertainer in Hamburg wegen Steuerhinterziehung verurteilt. (Quelle: IMAGO / Andreas Weihs)

Mit 94 Jahren steht Freddy Quinn plötzlich wieder in den Charts. Dabei machte er schon ganz andere Schlagzeilen: In Hamburg drohte ihm eine Haftstrafe.

Doch der Weg dieser Schlagerlegende verlief nicht immer in ruhigen Bahnen. Vor gut 20 Jahren stand Quinn in Hamburg vor Gericht. Es ging um Hunderttausende Euro – und um die Frage, ob der „singende Seemann“ sogar ins Gefängnis muss.

Im September 2002 durchsuchten Beamte der Steuerfahndung das Haus seiner Ehefrau und Managerin Lilli Blessmann in Hamburg-Poppenbüttel. Quinn war mit Hauptwohnsitz in der Schweiz gemeldet, soll jedoch überwiegend in Hamburg gelebt haben – und wäre damit in Deutschland steuerpflichtig gewesen.

Der Musiker vermutete damals im Gespräch mit NDR 90,3: „Ich wurde von jemandem verpfiffen, der mir nicht wohlgesonnen war.“ Seine Frau sprach von möglicher „Rache“ durch eine verschmähte Verehrerin.

Auch die Polizei ermittelte – wegen des Verdachts auf unerlaubten Waffenbesitz. Quinn galt als Sammler historischer Waffen, doch für einzelne Stücke besaß er keine gültige Waffenbesitzkarte.

Im Herbst 2004 erhob die Staatsanwaltschaft Anklage. Im Raum stand der Vorwurf, Quinn habe zwischen 1998 und 2002 rund 900.000 Euro (1,8 Millionen D-Mark) an Steuern hinterzogen. Im Falle einer Verurteilung drohten bis zu fünf Jahre Haft.

Der Prozess begann am 17. November 2004. Gleich zu Beginn legte Quinn unter Tränen ein Geständnis ab. „Das war eine Untat“, sagte er vor Gericht. Er habe die Steuern nicht bewusst hinterzogen. Zwar habe er geahnt, dass er in Deutschland steuerpflichtig sei, diesen Gedanken jedoch verdrängt. Mit Geld sei er sorglos umgegangen, habe Gagen häufig bar kassiert und nicht einmal gewusst, welches Finanzamt für ihn zuständig war.

Als Grund für seine lange Anwesenheit in Hamburg nannte er die Krankheit seiner Ehefrau. Nach einem Sturz habe er sie gepflegt und sei deshalb länger geblieben als geplant. „Ich konnte diese Frau nicht im Stich lassen. Nach 51 Jahren zusammen ist das nicht drin“, sagte Quinn.