TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

Berlin – Schon wieder Schüsse in der Hauptstadt: Im Berliner Ortsteil Köpenick feuerte ein Kapuzen-Gangster durch eine Wohnungstür und hinterließ eine handgeschriebene Drohung in Anlehnung an den kolumbianischen Drogenboss Pablo Escobar. Doch es war die falsche Wohnung!

Bewohner des Mehrfamilienhauses an der Grünauer Straße in Berlin hatten Mittwochabend gegen 21.40 Uhr Schüsse im Treppenhaus gehört und die Polizei alarmiert. Der Täter hatte mehrfach auf eine Wohnungstür im zweiten Stock gezielt. Drei Projektile sammelten Ermittler am Tatort ein. Der Schütze war beim Eintreffen der Beamten schon geflüchtet.

Schütze hinterlässt Drohnachricht

Neben Einschusslöchern hinterließ er aber noch etwas: eine handgeschriebene Warnung mit den Worten „Plata o Plomo“. Wörtlich übersetzt heißt das „Silber oder Blei“, gemeint war wohl eher „Bezahlen oder Blei“. Mit diesen Worten pflegte der berüchtigte kolumbianische Drogenbaron Pablo Escobar seine Widersacher einzuschüchtern.

Diese handgeschriebene Drohung hinterließ der Schütze am Tatort, die Polizei nahm den Zettel mit

Diese handgeschriebene Drohung hinterließ der Schütze am Tatort, die Polizei nahm den Zettel mit

Foto: Timo Beurich

Verletzt wurde bei dem Anschlag zum Glück niemand. Denn die Wohnung im 2. Stock ist leer! Ein junges Paar, das bis vor ein paar Monaten dort mit Kleinkind gewohnt hatte, ist nach Brandenburg gezogen. Der Schütze hatte sich offenbar in der Tür geirrt!

Mehrere Schüsse auf falsche Wohnungstür in Berlin

Wie Zeugen gegenüber BILD berichten, sollen die Schüsse einem Mieter gegolten haben, der mit seiner Freundin im ersten Stock wohnt. Er war zum Zeitpunkt des Anschlags nicht zu Hause und auch am Donnerstag für Nachfragen nicht zu erreichen. Sicher ist: Kurz vor den Schüssen hatte ein junger Mann mit Kapuze über dem Kopf bei mehreren Hausbewohnern geklingelt, um in das Gebäude zu kommen. Eine Bewohnerin hatte ihm den Zutritt noch verwehrt, doch aus einem unbekannten Grund war er trotzdem ins Haus gelangt. Dann fielen die Schüsse.

Einer von drei Einschüssen in der Wohnungstür

Einer von drei Einschüssen in der Wohnungstür

Foto: Timo Beurich

In dem Fall hat das Landeskriminalamt die Ermittlungen übernommen. Die Besondere Aufbauorganisation (BAO) „Ferrum“ war nach einer Serie von Angriffen, Bedrohungen und Auseinandersetzungen mit Schusswaffen im November gegründet worden, um gegen die eskalierende Schusswaffengewalt und die organisierte Kriminalität vorzugehen.