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Viele Umfragen sehen Donald Trump im Tief. Der US-Präsident reagiert mit verschärften Angriffen. Nun kommt es zu einem historischen Einschnitt.

Washington, D.C. – Die US-Wahl 2024 war für Donald Trump ein Triumph. Etwas mehr als 77 Millionen Menschen in den USA gaben damals ihre Stimme für den Republikaner ab. Damit lag er vor seiner Gegenspielerin Kamala Harris, die kurzfristig für den damaligen Präsidenten Joe Biden eingesprungen war, der wenige Monate vor dem Urnengang auf eine eigene Kandidatur verzichtet hatte. Damit war Trump zum zweiten Mal zum US-Präsidenten gewählt worden.

Donald Trump trifft am 11. Februar 2026 im Weißen Haus in Washington, D.C., zu einer Rede bei einer Veranstaltung mit dem Titel „Champion der Kohle“ ein.Schlechte Umfragen sind für Trump ein Grund, Medien zu verklagen. Nun stellt das Traditionshaus Gallup seine Umfragen zu den Zustimmungswerten des US-Präsidenten ein. © Saul Loeb/AFP

Nun sitzt Trump seit etwas mehr als einem Jahr wieder im Weißen Haus. Das bedeutet zugleich, dass in Umfragen gemessen wird, wie seine Arbeit im Volk ankommt. Das ist in den USA seit der Amtszeit von Franklin D. Roosevelt üblich. Die erste Erhebung erfolgte einst durch George Gallup. Der Pionier der Markt- und Meinungsforschung verwendete als Erster die Wahrscheinlichkeitstheorie, um auf wissenschaftlicher Basis repräsentative Umfragen zu erstellen.

Keine Umfragen mehr zu Trump: Gallup stellt Erfassung der Zustimmungswerte des Präsidenten ein

Seither hat das von Gallup gegründete Institut regelmäßig neue Umfragen zur Beliebtheit des US-Präsidenten veröffentlicht (Approval Rating). Doch damit ist es nun vorbei. Am Mittwoch (11. Februar) gab das Unternehmen bekannt, dass es die Messung der Zustimmungswerte einzelner politischer Persönlichkeiten einstellen werde. Man wolle sich künftig stärker auf Themen- und Politikumfragen konzentrieren, die „bedeutsame Veränderungen vorantreiben“, erklärte Gallup-Sprecher Justin McCarthy gegenüber mehreren US-Medien.

Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der Trump seine Angriffe auf die Presse weiter verschärft hat. So hat er zum Beispiel die angesehene Meinungsforscherin J. Ann Selzer und die Zeitung The Des Moines Register wegen „Wahlmanipulation“ verklagt. Hintergrund ist eine Umfrage, die Kamala Harris kurz vor der US-Wahl 2024 in Iowa vor Trump gesehen hatte. Selzer täuschte sich damals. Am Ende gewann Trump den Bundesstaat mit 13 Prozentpunkten Vorsprung.

Ein anderes Beispiel stammt aus dem Januar: Nachdem die New York Times eine für den US-Präsidenten negative Umfrage veröffentlicht hatte, drohte Trump der Zeitung mit verschärften juristischen Schritten. Die Umfrage werde in seine laufende Klage gegen das Blatt aufgenommen, schrieb Trump in einem Beitrag auf Truth Social. Der Präsident verlangte überdies, „gefälschte und betrügerische Meinungsumfragen“ zur „Straftat“ zu erklären. Trump hatte die Tageszeitung im September wegen kritischer Artikel und eines missliebigen Buchs auf Schadenersatz in Höhe von 15 Milliarden US-Dollar (rund 12,8 Milliarden Euro) verklagt.

„Approval Rating“ von US-Präsidenten: Gallup-Umfragen zu Trump, Biden, Obama, Bush, Clinton

Präsident (Amtszeit) Höchster Wert Niedrigster Wert Donald Trump (seit 2025) 47 % 36 % Joe Biden (2021 bis 2025) 57 % 36 % Donald Trump (2017 bis 2021) 49 % 34 % Barack Obama (2009 bis 2017) 69 % 38 % Geoirge W. Bush (2001 bis 2009) 90 % 25 % Bill Clinton (1993 bis 2001) 73 % 37 %

(Presidential Approval Ratings — Gallup Historical Statistics and Trends)

MAGA-Basis stärkt Trump in Umfragen den Rücken

Die letzte Gallup-Umfrage im Dezember 2025 hatte Trumps Zustimmungswert bei 36 Prozent gesehen – einem seiner niedrigsten Werte als Präsident. Seine zweite Amtszeit hatte er mit einem Approval Rating von 47 Prozent begonnen. Zum Vergleich: Den bisher höchsten Wert in einer Gallup-Umfrage hat George W. Bush kurz nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 erreicht (90 Prozent). Den Negativrekord hält Harry S. Truman, der im Februar 1952 bei 22 Prozent lag. Davon ist Trump auch jetzt noch weit entfernt. Das hat vor allem mit der MAGA-Basis zu tun, die noch immer fast geschlossen hinter ihm steht. (Quellen: Gallup, NY Times, The Hill, The Guardian) (cs)