
Nach dem achtbaren Punktgewinn auf Schalke hat Dynamo Dresden am Samstagabend das nächste Topteam vor der Brust. Gegen die SV Elversberg „müssen wir wieder leiden“, kündigte Trainer Thomas Stamm an.
Trotz der starken Serie im neuen Jahr mit acht Punkten aus vier Spielen steckt Dynamo Dresden weiter tief im Abstiegskampf der 2. Bundesliga – das trifft auf der anderen Seite aber auch gefühlt auf die Hälfte der Liga zu. Vor dem 22. Spieltag trennen die SGD auf dem vorletzten Platz nur drei Punkte von Arminia Bielefeld auf Rang elf. Wie wichtig ein Sieg am Samstagabend (20:30 Uhr im Audiostream und Liveticker) gegen die SV Elversberg wäre, liegt entsprechend auf der Hand.
Wie schon beim 2:2 am vergangenen Spieltag gegen Schalke 04 geht Dynamo auch gegen den Tabellenvierten als Außenseiter ins Spiel. Der jüngste Auftritt gegen die „Königsblauen“, als Dresden in der Schlussphase noch zwei Tore schoss, macht aber Mut. „Wir haben nicht nur Moral gezeigt, sondern auch gegen einen sehr starken Gegner ein richtig gutes Spiel gemacht“, sagte Trainer Thomas Stamm vorab auf der Pressekonferenz. „Wir müssen uns gegen die Topteams nicht verstecken und wollen mit diesem Selbstvertrauen die nächsten Punkte einfahren. Aber wir werden leiden müssen.“
Elversberg „kommt mit extrem viel Qualität“
Elversberg hat im Aufstiegsrennen angesichts von nur einem Sieg aus den letzten fünf Spielen zwar Federn gelassen. Stamm hatte dennoch nur lobende Worte für die Saarländer übrig, die in der vergangenen Saison ihr seit Jahren andauerndes Fußball-Märchen fast mit dem Bundesliga-Aufstieg gekrönt hätten: „Sie spielen sehr guten, attraktiven Fußball und mit einer klaren Idee mit und gegen den Ball. Da kommt extrem viel Qualität, die wir wegverteidigen müssen. Wir brauchen wieder ein überragend gutes Spiel wie letzte Woche gegen Schalke.“
Dynamo ist aktuell vor allem über Standards brandgefährlich. Schon fünf Tore in der Rückrunde fielen nach ruhenden Bällen. Genau diese Situationen werden in Dresden schon seit Wochen intensiv trainiert, nun zahlt sich die Arbeit aus. Dynamos neu entdeckte Stärke soll im Idealfall auch gegen Elversberg den Unterschied machen. Dass man gegen die SVE mithalten kann, wurde bereits im Hinspiel deutlich, als der Ausgleichstreffer erst in der Nachspielzeit fiel. Damals schoss Younes Ebnoutalib beide Treffer für Elversberg. Mittlerweile ist der Angreifer eine Etage höher zu Eintracht Frankfurt abgewandert.
Stamm vor schwierigen Entscheidungen
Auch in Dresden hat sich im Winter bekanntermaßen einiges auf dem Transfermarkt getan. Die Neuzugänge, allen voran Abwehrspieler Thomas Keller, haben sich als Verstärkung erwiesen. Stamm hat aktuell die Qual der Wahl, was das Personal angeht. „Ich hätte gerne 25 Spieler im Spieltagskader, um dann punktuell zu entscheiden. Aber das ist nicht möglich. Am Ende geht es um die Leistung, die wir probieren, einzuordnen.“
Dass es dabei auch immer wieder „Härtefälle“ und Enttäuschungen gibt, sei die logische Konsequenz. Ehemalige Stammspieler wie Vinko Sapina, Claudio Kammerknecht oder Lars Bünning schafften es beispielsweise zuletzt nicht mehr in den Spieltagskader. „Menschlich ist es nie leicht, solche Entscheidungen zu treffen“, erklärte Stamm. „Aber niemand resigniert, alle geben Vollgas. Es wird nur gemeinsam gehen.“
SpiO