TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

Paris – Schon wieder schlechte Schlagzeilen für das berühmte Museum Louvre: Nach dem spektakulären Juwelenraub im Oktober 2025 ermittelt die Polizei jetzt wegen eines mutmaßlichen Millionenbetrugs mit Eintrittstickets für das Museum. Neun Personen wurden festgenommen. Außerdem wurden 1,4 Millionen Euro beschlagnahmt.

Unter den Festgenommenen sollen sich unter anderem Touristenführer sowie zwei Beschäftigte des Louvre befinden – und eine Person, die verdächtigt wird, das Netzwerk organisiert zu haben. Das teilte die Staatsanwaltschaft mit. Am Freitag sollen die Verdächtigen dem Haftrichter vorgeführt werden.

Der Betrug soll laut den Ermittlern seit über zehn Jahren laufen. Den bisher entstandenen Schaden schätzt das Museum auf über zehn Millionen Euro. Das ergaunerte Geld soll von den Verdächtigen bereits investiert worden sein – unter anderem in Immobilien sowohl in Frankreich als auch in Dubai, so die Staatsanwaltschaft.

Die Einbrecher gelangten im Oktober 2025 mit einem Hubwagen nach oben und verschafften sich mit Motorsägen Zutritt zur Galerie

Die Einbrecher gelangten im Oktober 2025 mit einem Hubwagen nach oben und verschafften sich mit Motorsägen Zutritt zur Galerie

Foto: ddp/abaca press

So lief der Betrug mit den Tickets ab

Bereits Ende 2024 schlug das Museum Louvre bei der Polizei Alarm und vermutete ein kriminelles Netzwerk. Die Betrüger sollen nach Angaben der Staatsanwaltschaft Gruppenführungen organisiert haben, die die zulässige Höchstzahl von Personen überschritten. Für die zusätzlichen Teilnehmer sollen die Betrüger überhöhte Preise berechnet haben – außerhalb des offiziellen Ticketverkaufs. Das eingenommene Geld floss in die eigene Tasche.

Außerdem sollen Tickets mehrfach verwendet und falsche Tickets verkauft worden sein. Museumsmitarbeiter sollen Geld dafür erhalten haben, die Gruppen nicht zu kontrollieren.

Mehr zum Thema

Die Ermittler überführten den Betrügerring, indem sie Überwachungsmaßnahmen und Abhöraktionen durchführten. Neben den Festnahmen wurden bei Razzien mehr als 957.000 Euro in bar beschlagnahmt sowie mehr als 400.000 Euro auf verschiedenen Bankkonten.

Der aktuelle Betrugsfall reiht sich in mehrere Vorfälle im Louvre ein. So kam es im Oktober 2025 zu einem spektakulären Einbruch, bei dem acht Kronjuwelen im Wert von 88 Millionen Euro entwendet wurden. Im November musste eine Galerie wegen technischer Schäden geschlossen werden.