Eine Horrorgeschichte: Die Patientin hatte eine längere Flugreise hinter sich, es ging ihr gut – und einen Tag später hatte sie plötzlich eine schwere Lungenembolie. Der Ablauf ist fast klassisch: Bei der langen Flugreise saß sie stundenlang bei enger Bestuhlung. Dadurch wird der Blutfluss in den angewinkelten Beinen reduziert (anders als in Arterien ist die Flussgeschwindigkeit in den Venen langsam, der Druck gering).
Gelegentliches Herumgehen könnte helfen. Kommen zum langen Sitzen weitere Risikofaktoren, können sich „Blutklumpen“ bilden. Als relevante Risikofaktoren gelten vor allem hohes Alter, Fettleibigkeit, Rauchen, die „Pille“, längere Bettlägerigkeit. Und eben: fehlende Bewegung.
Die Symptome sind vor allem eine einseitige Schwellung, ein überwärmtes, oft gerötetes Bein, Spannungsgefühle, ziehende Schmerzen in Oberschenkel, Kniekehle und Wade. So zeigt sich der Blutstau der tiefen Venen (übrigens auch, wenn auch seltener, in den Armen).
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Lebensgefährlich wird es, wenn sich ein solcher Thrombus von der Venenwand löst und mit dem Blut weitergetragen wird. Das geht zunächst – bis zum Herzen – gut, weil die Venen immer größer werden. Dann aber geht es weiter in die Lunge – und dort verzweigt sich das nun arterielle Netz. Und die Verklumpung bleibt hängen und löst eine Lungenembolie aus. Deren Symptome: plötzliche Luftnot, Schmerzen im Brustkorb, Bluthusten. Ist der Embolus klein, bleibt sie unbemerkt. Ist er sehr groß, kann sie tödlich enden.
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Die Diagnose der Beinvenenthrombose stellt sich durch die Symptome und durch einen Ultraschall – bei Unklarheit mit einer Gefäßdarstellung im Computertomographen. Die Thromben können durch eine „Blutverdünnung“, die sie auflöst, beseitigt werden oder auch durch eine operative Entfernung. Oft wird die Erkrankung übersehen – weil die Symptome sehr unspezifisch sein können, weil sie sich nicht bedrohlich anfühlen. Trotzdem: Die tiefe Beinvenenthrombose ist ein Notfall.
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