09 Lok Leipzig Chemnitzer FC CFC  Ziane Bochmann DSC_5599

Stand: 12.02.2026 22:21 Uhr

Während der Chemnitzer FC schon Rhythmus aufgenommen- und drei Punkte gesammelt hat, kommt die Form des personell angeschlagenen Herbstmeisters Lok Leipzig erst am Sonntag an der Gellertstraße erstmals auf den Prüfstand.

Nicht nur beim Chemnitzer FC fiebern sie ihrem von langer Hand vorbereiteten Jubiläumsspiel (So., 16 Uhr, live bei SPORT IM OSTEN) entgegen – auch die Gäste des 1. FC Lok Leipzig scharren mit den Hufen. Während der CFC bereits in der Vorwoche auswärts gegen die Magdeburger Reserve das erste Erfolgserlebnis feiern konnte, steht für den Spitzenreiter der Regionalliga Nordost aus Probstheida nun die überhaupt erste Pflichtpartie im Jahr 2026 an.

Seitz: „Chemnitz eine Top-Fünf-Mannschaft“

„Es wird jetzt auch langsam Zeit. Wir sind voller Vorfreude, haben direkt ein absolutes Highlight und können endlich wieder auf Rasen spielen“, strahlte Lok-Trainer Jochen Seitz am Donnerstag im SpiO-Interview über beide Ohren und warnte zugleich: „Chemnitz ist eine gute Heimmannschaft mit einem guten Umschaltspiel und guter individueller Klasse.“ Auch wenn der CFC aktuell 18 Punkte hinter dem FCL liegt, schätzt der 49-Jährige den Kontrahenten gar als potenzielle „Top-Fünf-Mannschaft“ ein.

Kurzum: Seitz weiß „um die schwere der Aufgabe“. Was er nicht im Kopf hatte – der letzte Lok-Sieg in Chemnitz datiert von Oktober 2021. Damals gewann das Team unter Almedin Civa mit 3:2 an der Gellertstraße. Seitz stand seinerzeit noch in Aschaffenburg an der Seitenlinie, in der Gegenwart ist die Vertragsverlängerung des Erfolgstrainers der Blau-Gelben übrigens beschlossene Sache.

Djamal Ziane (li., Szene aus dem 2:1-Hinspielsieg des FCL), stand schon vor über vier Jahren beim letzten Lok-Erfolg in Chemnitz auf dem Rasen.

Letzter Lok-Sieg beim CFC im Herbst 2021

Wer definitiv im Hinterstübchen noch nach Erinnerungen an den letzten Lok-Erfolg auf der Fischerwiese graben kann, ist Djamal Ziane. Der Leipziger Kapitän war vor über vier Jahren und vier Monaten die gesamten 90 Minuten mit von der Partie. „Jetzt haben wir wieder die Chance, das zu begleichen“, meinte Ziane im SpiO-Interview. „Es sind einfach Fifty-Fifty-Spiele, da entscheiden Kleinigkeiten und das wird auch jetzt am Wochenende so sein.“

Das durch ihren Auftaktsieg zusätzlich gesammelte Selbstbewusstsein der Chemnitzer sieht Ziane nicht als womöglich wegweisenden Nachteil für sein Team. Im Gegenteil: Man wisse nach der Winterpause zwar nicht ganz, wo man stehe, meinte der bald 34 Jahre alte Routinier. Aber „es wäre mir zu viel Alibi zu sagen, dass sie dadurch einen Vorteil haben. Wir hatten super Testspiele, haben sehr hart und intensiv trainiert. Als Herbstmeister gehen wir auch mit Selbstvertrauen ins Spiel.“

CFC-Kapitän Tobias Müller (re.) und sein Team freuen sich auf ein volles Haus an der Gellertstraße.

CFC-Kapitän Müller: „Außergewöhnlicher Rahmen“

Und dessen sind sich auch die Himmelblauen bewusst: „Wir spielen gegen den Spitzenreiter, ein echter Gradmesser aus sportlicher Sicht, bei dem wir uns wieder beweisen können“, sagte CFC-Kapitän Tobias Müller und vergaß nicht die besonderen Umstände zu erwähnen: „Es wird ein außergewöhnlicher Rahmen werden.“

Chemnitz scheute keine Kosten und Mühen, dass dieses Traditonsduell anlässlich des 60. Club-Geburtstags allen Wetterkapriolen der vergangenen Wochen zum Trotz stattfindet. Selbst die preisintensive Rasenheizung läuft seit Tagen auf Hochtouren. Das große Interesse daran gibt den Verantwortlichen recht. Der Vorverkauf steuert ungebremst auf 9.000 Tickets zu, auch die Kapazität des bereits ausverkauften Gästeblocks wurde noch einmal erweitert – mit ziemlicher Sicherheit dürfte es am Sonntag fünfstellig werden.

Der verletzungsbedingt langfristige Ausfall von Jonas Arcalean schmerzt die Leipziger.

„Angespannte“ Personallage bei Lok

Auf Seiten der Leipziger müssen Top-Vorbereiter Jonas Arcalean (8 Assists, Bänderriss im Sprunggelenkt), Jan Stein (Meniskussriss) sowie die gesperrten Mittelfeldstammkräfte Alexander Siebeck und Dorian Cevis zuschauen. Zudem drohen weitere krankheitsbedingte Ausfälle: „Momentan ein bisschen angespannt“ sei die personelle Lage, haderte Jochen Seitz. Deutlich entspannter erweist sich die Situation beim CFC: Nur Johannes Pistol (Fußprellung), Niclas Erlbeck (Reha nach Knie-OP) und Aaron Mensah (Sprunggelenk) fehlen.

mhe

Mitteldeutscher Rundfunk