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Berlin-Friedrichsfelde – Eine Feuerkatastrophe in einem 21-stöckigen Hochhaus in Berlin-Friedrichsfelde hat ein Kind das Leben gekostet, zwei Menschen sind in einem kritischen Zustand. Jetzt gibt es Details dazu, wo das Feuer am Mittwochabend um kurz vor 20 Uhr ausgebrochen ist.

Bei der Brandwohnung im dritten Stock soll es sich nach Angaben der Feuerwehr um ein Apartment handeln, in dem sich ungewöhnlich viele Gegenstände und Möbel befanden – offenbar eine Messie-Wohnung. Das Feuer breitete sich rasant aus, die Unordnung erschwerte die Löscharbeiten erheblich.

Die Feuerwehr bei den Löscharbeiten am Mittwochabend

Die Feuerwehr bei den Löscharbeiten am Mittwochabend

Foto: John Boutin

Der 75 Jahre alte Bewohner der Wohnung konnte sich retten, liegt jetzt im Krankenhaus. Viele andere Hausbewohner flüchteten ebenfalls, andere wählten den Notruf oder machten an den Fenstern auf sich aufmerksam. Feuerwehrtrupps führten sie durch das Treppenhaus nach draußen.

Mutter und zwei Kinder bewusstlos aufgefunden

Im Hausflur der vierten Etage aber fanden die Einsatzkräfte drei bewusstlose Personen. Nach Polizeiangaben handelt es sich um eine 26-Jährige und ihre beiden Kinder im Alter von 5 Jahren und neun Monaten. Laut Feuerwehr wurden alle drei noch auf der Fahrt ins Krankenhaus von Notärzten reanimiert. Das Baby, nach BILD-Informationen ein Junge, starb in der Klinik. Die Frau und der Fünfjährige „befinden sich weiterhin in einem kritischen Zustand“, so ein Polizeisprecher.

Howoge-Geschäftsführer Ulrich Schiller sagte zu dem Feuer im Hochhaus der Wohnungsbaugesellschaft: „Wir trauern mit der Familie und können den Schmerz über den Tod des Kindes kaum in Worte fassen.“

Hochhaus-Bewohner Zahin: „Komischen Geruch bemerkt“

Bewohner Zahin im Brandhaus: „Komischen Geruch bemerkt“

Foto: Olaf Selchow

Nachbar hörte Frau schreien

Zainuddin Zahin (41) lebt mit seiner Frau und seinen drei Söhnen (4 Monate, 6 und 8) im 4. Stock des Feuerhauses – er berichtet: „Ich habe um 19.20 Uhr mein Auto unten geparkt und bin durch den Flur hoch zu unserer Wohnung. Da habe ich schon einen komischen Geruch bemerkt. Ich habe meine Frau gefragt, ob sie gekocht hat und etwas angebrannt ist. Von draußen haben wir plötzlich Geschrei gehört. Als ich die Wohnungstür wieder geöffnet habe, war alles voll Rauch. Aus der Wohnung meiner vietnamesischen Nachbarn, habe ich die Frau schreien hören: Ich brauche Hilfe, ich brauche Hilfe! Ich habe Polizei und Feuerwehr Bescheid gegeben. Aber es war wohl zu spät. Das Kind ist tot.“

Bewohnerin Wu vor dem Haus

Bewohnerin Wu vor dem Haus

Foto: Olaf Selchow

Bewohnerin Minhthu Wu (43) zu BILD: „In den anderen Stockwerken ging der Rauchmelder an. Wir wollten erst aus dem Haus, aber haben durch den Spion gesehen, dass das ganze Treppenhaus voll Rauch ist. Wir hatten Angst vor einer Rauchvergiftung. Wir haben alles zugemacht, nasse Lappen vor die Türen gelegt.“ Die Einsatzkräfte kontrollierten rund 60 Wohnungen. Einsturzgefährdet ist das Haus nicht, die Polizei ermittelt nun zur Brandursache. Bewohner Zhain: Wir dürfen aktuell nicht in unsere Wohnung, wissen nicht, wie es darin aussieht, ob es nur verraucht ist oder schlimmer. Wir sind bis mindestens Samstag im Hotel untergebracht.“

Einsatzkräfte vor dem Hochhaus

Einsatzkräfte vor dem Hochhaus: Aus der Brandwohnung dringen noch Flammen und Rauch

Foto: John Boutin

170 Feuerwehrleute waren im Großeinsatz. Unter Atemschutz holten sie 70 Menschen aus dem verqualmten Gebäude und brachten sie in Sicherheit. Insgesamt kamen sieben Menschen in Krankenhäuser. 21 Wohnungen sind laut Howoge am Donnerstag noch „polizeilich gesperrt“. Die Stromversorgung im Gebäude sei gewährleistet, einige Heizungen aber noch abgestellt. Der Aufzug sei noch außer Betrieb, Techniker seien dabei, ihn schnellstmöglich wieder in Betrieb zu nehmen.

Bezirk organisiert Notunterkünfte für Bewohner

Viele Bewohner mussten zunächst anderswo unterkommen. Wer nicht bei Verwandten oder Bekannten bleiben konnte, schlief in einer nahegelegenen Turnhalle. Der Bezirk bemühe sich, für die Zeit danach Wohnungen und Hotels zu organisieren, wie es hieß.