Dresden. Zu Beginn des Jahres wechselte für einige Mieter in der Neustadt der Vermieter. Vonovia trennte sich von Wohnungen in der Louisenstraße, der Jägerstraße, An der Prießnitz und in der Bischofswerder Straße. Sie sind Teil eines Pakets von Wohnungen, die der Immobilienkonzern aussortiert hat.

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Nach der Übernahme der Deutschen Wohnen durch Vonovia war der Bestand auf deutlich mehr als 40.000 Wohnungen in Dresden angewachsen. Der Konzern kündigte damals an, „den Bestand zu bereinigen“. Vonovia hatte 2022 bestätigt, bundesweit Immobilien verkaufen zu wollen, um die hohe Schuldenlast des Unternehmens zu drücken.

6000 Wohnungen will der Konzern in Dresden verkaufen. Ein Vorkaufsrecht hatte dabei die Stadt, die 2023 durch das kommunale Unternehmen Wohnen in Dresden (WiD) 1213 Wohnungen in Prohlis und der Neustadt aufkaufte. Für die Wohnungen und unbebaute Grundstücksflächen zahlte die Stadt 87,8 Millionen Euro.

Wo die Vonovia in Dresden Wohnungen verkaufte

Eine Petition mit mehr als 5000 Unterschriften hatte die Stadt damals aufgefordert, alle 6000 Wohnungen aufzukaufen. Damit könnte die Stadt mehr Einfluss auf den Wohnungsmarkt nehmen und Mieten stabil halten. Die Petenten fürchteten durch den Verkauf Unruhe auf dem Mietmarkt, Luxussanierungen in den Gebäuden, um die Miete zu erhöhen, oder gesteigerte Eigenbedarfskündigungen. Die Stadtverwaltung hielt den Ankauf von mehr Wohnungen jedoch nicht für finanzierbar.

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Somit verkauft Vonovia derzeit tausende weitere Wohnungen auf dem freien Markt an unterschiedliche Vermieter. Nach Informationen der Sächsischen Zeitung wechselten auch Wohnungen in der Gamigstraße und in der Curt-Querner-Straße in Prohlis den Besitzer. Neuer Besitzer in der Curt-Querner-Straße ist die Streiff Holding aus Braunschweig. Verwaltet wird die Immobilie von Immano, die in Dresden ihren Sitz in der Waldschlößchenstraße hat.

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Probleme mit Wasserschäden und Heizung in verkauften Häusern

In dem Block gab es erst kürzlich Probleme mit dem Warmwasser. Wasserschäden traten in dem Block mit vielen Sozialwohnungen regelmäßig auf. Das Haus ist auch an anderen Stellen in keinem guten Zustand. Es bröckelt der Putz, es sind Risse in den Wänden.

Auch aus der Gamigstraße sind Probleme bekannt. Der neue Vermieter dort ist die Lietmeyer Unternehmensgruppe aus Hildesheim. Die Tochter einer 70-jährigen Mieterin schilderte, dass im Januar die Heizungsanlage für mehrere Tage ausfiel. Beim Verkauf an die Stadt habe es sich zu 98 Prozent um unsanierte Plattenbauten gehandelt, hieß es damals. Fast alle Gebäude mussten von der WiD energisch saniert werden. Die Kosten dafür schätzte das Unternehmen auf 100 Millionen Euro.

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Auch unter einigen der Mieter in der Neustadt sorgte der Verkauf der Vonovia für Unruhe. Als neuer Eigentümer für einige der dort verkauften Objekte tritt die offenbar frisch gegründete Neustadt Immobilien Kontor GmbH auf, die ihren Sitz in München hat. Hausverwaltung ist die Dresdner Grund Verwaltung (DGV).

Einer der Wasserschäden in der Curt-Querner-Straße im November 2025.

Einige Mieter beunruhigte, dass diese auf Google lediglich mit 1,9 von fünf Sternen bewertet ist und dutzende Kommentare auf schlechte Erreichbarkeit und mangelnden Service hinweisen. Auch in der Schäferstraße in der Friedrichstadt trennte sich der Konzern von einem Quartier. Dort ist die DGV ebenfalls die neue Hausverwaltung.

Die Vonovia will derzeit nicht kommentieren, wie viele der geplanten 6000 Wohnungen bereits verkauft sind. Auch weitere Details wie Käufer und Kaufhöhe kommentiert der Konzern nicht.

SZ