Neues System

Stadt will Stau am Sportpark in den Griff kriegen

13.02.2026 – 09:00 UhrLesedauer: 2 Min.

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Tivoli aus der Luft (Archivbild): Hier gibt es regelmäßig vor und nach Veranstaltungen lange Staus. (Quelle: IMAGO/hans blossey/imago)

Nach Fußballspielen, CHIO-Tagen oder Konzerten staut sich der Verkehr im Norden Aachens regelmäßig. Ein neues System soll Wartezeiten deutlich verkürzen – und noch mehr leisten.

Die Stadt Aachen hat ein Millionenprojekt für intelligente Verkehrssteuerung am Sportpark Soers auf den Weg gebracht. Das „Digitale Mobilitätsmanagement bei Großveranstaltungen“ (DiMoGro) wird vom Land Nordrhein-Westfalen mit rund 1,27 Millionen Euro gefördert. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf etwa 1,58 Millionen Euro.

Die Umsetzung des Vorhabens ist für den Zeitraum von Januar bis Ende Juni 2027 geplant. Oberbürgermeister Dr. Michael Ziemons zeigte sich erfreut über die Förderung aus Düsseldorf. „Der Sportpark Soers ist ein Anziehungspunkt weit über Aachen hinaus: Fußballspiele auf dem Tivoli, das internationale Reitturnier CHIO oder große Konzerte bringen zehntausende Menschen in den Norden der Stadt. Das sorgt nach Großveranstaltungen regelmäßig für volle Straßen, lange Wartezeiten und hohe Belastungen für Anwohnende. Genau diesem Phänomen wollen wir mit einer intelligenten Mobilitätssteuerung entgegenwirken“, sagte er.

Die Ampeln im Umfeld des Sportparks würden technisch erneuert und vernetzt, erklärte der Digitalisierungsfachmann Dr. Michael Pielen vom Fachbereich Mobilität und Verkehr. Sie könnten sich automatisch an die aktuelle Verkehrslage anpassen. Busse und Shuttleverkehre erhielten Vorrang an Kreuzungen und kämen dadurch schneller voran. Digitale Verkehrsschilder informierten die Autofahrenden frühzeitig über freie Park-&-Ride-Plätze, alternative Routen und die nächsten Shuttlebusse.

„Durch die intelligente Steuerung können Warte- und Fahrzeiten deutlich verkürzt werden. Das spart Zeit und Nerven, senkt den Ausstoß von Abgasen und reduziert Lärm sowie Parksuchverkehr“, sagte Melanie Meinecke vom Team Verkehrstechnik. Der öffentliche Nahverkehr werde attraktiver, was mehr Menschen zum Umsteigen bewegen solle. Ein weiterer Vorteil sei laut Meinecke: „Die Stadt erhält ein sehr genaues, aktuelles Lagebild des Verkehrsgeschehens. Mithilfe moderner Datenanalysen lassen sich Verkehrsströme besser verstehen und flexibel steuern, auch bei unerwarteten Situationen wie Wetterumschwüngen oder Spielverlängerungen.“

Das Projekt ist ein zentraler Baustein des politisch beschlossenen Masterplans Sportpark Soers. Den offiziellen Bewilligungsbescheid übergab Verkehrs- und Umweltminister Oliver Krischer im Januar persönlich an die Stadt Aachen.

Die Weltreiterspiele stellen einen wichtigen Anwendungsfall für das neue System dar. Die Technik soll später auch auf weitere Bereiche im Stadtgebiet übertragen werden.