Newsblog zur Lage im Iran
Schah-Sohn Pahlavi will den Iran nicht regieren
Aktualisiert am 13.02.2026 – 21:00 UhrLesedauer: 49 Min.
Pahlavi nennt es sein Lebensziel, im Iran den Weg für demokratische Wahlen zu ebnen. (Quelle: Marijan Murat/dpa/dpa-bilder)
Reza Pahlavi hat keine eigenen Machtambitionen. Die USA beordern einen weiteren Flugzeugträger nach Nahost. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Der Sohn des 1979 gestürzten Schahs von Persien, Reza Pahlavi, strebt im Falle eines erfolgreichen Regierungswechsels im Iran keine Führungsrolle an. „Ich habe keine persönlichen Ambitionen. Ich strebe nicht nach Macht. Ich möchte keine Krone auf dem Kopf oder einen Titel“, sagte der 65-Jährige bei der Münchner Sicherheitskonferenz. Er wolle das Land so weit bringen, damit die Menschen ihre erste demokratische Regierung wählen könnten. „Das ist für mich das Ziel und die Erfüllung meiner Lebensaufgabe.“
Pahlavi rief alle Oppositionellen im Iran und Gegner der amtierenden Regierung dazu auf, für den Regierungswechsel zusammenzustehen: „Wenn man die Zukunft des Iran betrachtet, können wir heute alle Verbündete für ein gemeinsames Ziel sein, nämlich die Befreiung und die säkulare Demokratie als Alternative zu dieser diktatorischen Herrschaft. Ich denke, wir sitzen alle im selben Boot.“ Dies bedeute nicht, dass künftig alle die gleichen Meinungen vertreten oder die gleichen Politiker wählen müssten.
Im Iran gebe es derzeit ein Zeitfenster, „das für die ganze Welt eine Wende bedeuten könnte“, sagte Pahlavi. Daher müssten sich die anderen Länder entscheiden, ob sie auf der richtigen Seite der Geschichte stehen wollten. Die Menschen im Iran hätten dagegen keine Wahl, als zu kämpfen. „Wir haben keine andere Wahl, als uns zu befreien. Und die einzige Möglichkeit, diesen Kampf in Bezug auf Zeit und den Verlust von Menschenleben zu minimieren, besteht darin, diesen Kampf nicht alleine zu führen.“ Nach der Niederschlagung der Proteste gebe es für die Menschen im Iran kein zurück zum Alltag: „Es fließt zu viel Blut zwischen uns und diesem Regime.“
Aus Solidarität mit den regierungskritischen Massenprotesten im Iran ist am Abend das Brandenburger Tor in Berlin in den iranischen Farben angestrahlt worden – mit den Slogans „Freiheit für Iran – Freedom for Iran – Woman Life Freedom“. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) erklärte, das iranische Volk stehe für Freiheit, Selbstbestimmung und grundlegende Rechte auf. An die Adresse der Führung in Teheran sagte er: „Wer die eigene Bevölkerung einschüchtert, einsperrt und tötet, hat keine Legitimität.“
