19:46 Uhr | „Dresden Wi(e)dersetzen protestiert gegen Gedenkkultur

Das Bündnis „Dresden Wi(e)dersetzen“ hatte zu einem Gegenprotest gegen das öffentliches Gedenken aufgerufen. Es gab mehrere Zubringer-Demos. Eigenen Angaben zufolge beteiligten sich mehr als 1.000 Menschen an der Demonstration.

Mit Musik und Sprechchören zogen sie gemeinsam in Richtung Dresdner Altstadt. Die Teilnehmer protestieren nach eigenen Angaben gegen die Form des öffentlichen Gedenkens sowie gegen eine aus ihrer Sicht rechtsextreme Vereinnahmung des Themas.

19:38 Uhr | Coventrys Oberbürgermeisterin findet Dresdner Gedenken „bewegend“

Auch Gäste aus Dresdens britischer Partnerstadt Coventry reihten sich in die Menschenkette ein, darunter Oberbürgermeisterin Rachel Lancaster. Sie betonte, es sei sehr bewegend zu sehen, wie Menschen aller Altersgruppen zusammenkämen, um einen Schutzring um die Altstadt von Dresden zu bilden.

Dies sei eine starke Botschaft und ein Symbol für Hoffnung und Einheit. Die heutige Freundschaft beider Städte sei ein Zeichen dafür, dass sich Konflikte und Verlust überwinden ließen, sagte Lancaster. Coventry war durch deutsche Luftangriffe am 14. November 1940 zerstört worden.

19:21 Uhr | Weitere Gedenkveranstaltungen auf dem Altmarkt

Nach der Menschenkette geht das Gedenken in Dresden weiter. Unter dem Motto „Kein Platz für Faschisten – Zusammen gegen rechte Vereinnahmung“ ist bis 21:45 Uhr auf dem Altmarkt eine Versammlung anmeldet worden. Dort soll unter anderem der Film „Die Juden sind weg“ gezeigt werden.

Außerdem gibt es eine Gesprächsrunde mit Vertretern von „Wirtschaft für ein weltoffenes Sachsen“, „Willkommen in Löbtau“, „Chemnitz verbindet“ und vom Gedenkort „Alter Leipziger Bahnhof“.

Die Polizei rechnet auch in diesem Fall mit einem ruhigen Verlauf. „In den vergangenen Jahren hatte die AfD hier immer eine Versammlung angezeigt, wo es Gegenprotest gab“, sagte Polizeisprecher Thomas Geithner. In diesem Jahr gebe es zwar den Gegenprotest, aber nicht „die Anlassversammlung“.

19:01 Uhr | „Wir wollen ein friedliches Zeichen des Zusammenhalts setzen“

An der Menschenkette haben sich auch Wenzel Förster und Martha Schmidt beteiligt. „Meine Hauptmotivation ist, dass ich in den letzten Jahren mitgekriegt habe, dass der Tag von rechtem Gedankengut vereinnahmt wurde. Dem wollte ich ein friedliches Zeichen des Zusammenhalts entgegensetzen“, sagte Martha Schmidt, die erst vor kurzem nach Dresden gezogen ist.

Wenzel Förster sieht das ähnlich. Er kennt das Gedenken als Dresdner schon aus seiner Kindheit und Jugend. „Mich stört es auch, wenn die rechten und rechtsextremen Proteste rund umd den 13. Februar so stark sind und möchte dem etwas entgegensetzen.“

18:12 Uhr | Menschenkette hat sich geschlossen

Unter dem Läuten der Kirchenglocken hat sich die Menschenkette um Dresdens Altstadt gegen 18 Uhr geschlossen. Tausende haben sich im Gedenken und in der Hoffnung auf eine friedliche Welt die Hand gereicht.

„Es steht heute über unserer Menschenkette als Zeichen, dass auch aus Zerstörung Versöhnung wachsen kann, wenn wir bereit sind, die Hand zu reichen“, sagte Dresdnens Erster Bürgermeister Jan Donhauser (CDU) zuvor bei einem Grußwort. Mit der Menschenkette soll ein Zeichen gegen Krieg und Hass gesetzt werden. Sie wird seit 2010 jedes Jahr am Jahrestag der Zerstörung Dresdens gebildet.