Micky Beisenherz hat mit „Desaster“ für Gil Ofarim gerechnet

Eine scharfe Kritik, die Micky Beisenherz nachvollziehen kann: „War tatsächlich unglücklich. Das hätte besser laufen können“, räumt er ein. Er habe für seine Arbeit beim Dschungelcamp in den letzten Jahren viel Lob bekommen. Jetzt sei er „Teil einer Produktion, die dann halt die Schläge einsteckt, das ist dann auch okay, das nehme ich hin“.

Falsch sei jedoch die Unterstellung, Gil Ofarim sei gezielt bevorzugt behandelt worden: „Es hätte immer ein paar mehr Sprüche geben können aufkosten von Gil, was sicherlich dem Mischungsverhältnis gutgetan hätte. Aber den großen Plan, den zum Dschungelkönig zu schreiben, den gab es nie“, beteuert er. Weder hätte er als Autor den Moderatoren die Haltung vorgegeben, noch habe der Sender ihn als Autor beeinflusst. Der Sieg des umstrittenen Musikers habe vielmehr „sehr, sehr viele Menschen vor Ort überrascht“. Er selbst habe anfangs mit einem „Desaster“ für Gil Ofarim gerechnet. „Ich habe wirklich gedacht, der macht eine Dschungelprüfung nach der nächsten, und dann fliegt der da raus.“

Dann aber sei im Dschungelcamp „das Machtgefälle gekippt“, wie Beisenherz beobachtet hat: „Im Camp selber kam er plötzlich wie das Opfer rüber, weil er immer vier, fünf Leute gegen ihn hatte, die ihn immer ins Achtung gestellt haben“. So sei der Eindruck entstanden, er werde unfair behandelt.

„Geld ist bestimmt für jemanden“: Das hat Gil Ofarim mit seiner Dschungelcamp-Siegesprämie vor.

Darum hat Micky Beisenherz eine Podcast-Folge gelöscht

Beisenherz verglich die Situation mit einer Talkshow, in der sich ein AfD-Politker einer Mehrheit an Gegenstimmen ausgesetzt sieht: „Da sitzen drei, vier, die in der Sache vielleicht richtig liegen, aber alleine aufgrund der zahlenmäßigen Überlegenheit entsteht plötzlich Mitleid, und über das Mitleid entsteht Sympathie für einen Kandidaten, und dann ist das Ding in der Bob-Bahn, und dann hast du’s auch nur noch bedingt unter Kontrolle.“

Beisenherz räumt ein, es wäre gleichwohl richtig gewesen, „die Falschaussagen einzuordnen, weil sie natürlich das Bild von ihm ein bisschen korrigiert hätten“. Allerdings hätte die Sendung bei so einer Vorgehensweise wohl „phasenweise geklungen“ wie das Politmagazin „Monitor“. Aus diesen Gründen müsse man sich die Frage stellen, ob es richtig war, einen Kandidaten mit einer solchen Prozess-Vergangenheit überhaupt einzuladen.

Zuletzt sprach Beisenherz auch über seinen zweiten Podcast, den er zusammen mit dem jüdischen Komiker Oliver Polak moderiert. In „Beisenherz und Polak – Friendly Fire“ hatte der Autor und Moderator auch schon über Gil Ofarim und das Dschungelcamp räsoniert, die Folge dann aber nach kurzer Zeit gelöscht. In diesem Podcast „auch noch mal darüber zu spekulieren, ob da in der Lobby noch irgendwas anderes vorgefallen ist, das hätte man sich auch schenken können“, zeigte sich Beisenherz selbstkritisch. Diese Überlegung sei der Grund gewesen, die Sendung offline zu nehmen.

Ist der Dschungelcamp-Sieg trotz aller Kritik ein Neuanfang für Gil Ofarim? Sein Manager zeigt sich jedenfalls optimistisch.

Von teleschau