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Auch am zweiten Trainingstag auf der Olympia-Großschanze in Predazzo bahnt sich ein spannender Kampf um den Olympiasieg an. Die deutschen Hoffnungen ruhen dabei weiterhin auf Philipp Raimund, der seine starke Form bestätigt.

Das zweite Training der Männer auf der Großschanze in Predazzo bestätigte am Freitag die enorme Leistungsdichte im Feld der olympischen Skispringer: Wie schon am Vortag gab es in drei Durchgängen drei verschiedene Sieger.

Den Auftakt sicherte sich Domen Prevc aus Slowenien, der mit 138,5 Metern die Bestmarke setzte. Im zweiten Durchlauf übernahm der Japaner Ren Nikaido mit 132,5 Metern die Führung, während der Österreicher Jan Hörl den dritten Durchgang mit 132 Metern für sich entschied.

Raimund erneut bester Deutscher

Aus deutscher Sicht lieferte erneut Philipp Raimund die konstantesten Ergebnisse ab. Im ersten Durchgang landete der Olympiasieger auf der Normalschanze mit 131 Metern auf dem vierten Rang, bevor er sich im zweiten Versuch mit 127,5 Metern auf Platz drei steigerte. Auf den dritten Durchgang verzichtete er danach.

„Ich habe genau das Gefühl, das ich spüren will. Ich weiß genau, wo meine ein, zwei Fehler liegen, die ich mir für morgen vornehmen kann und weiß, was ich zu tun habe. Von daher bin ich guter Dinge“, erklärte der 25-Jährige im Anschluss.

Hoffmann, Wellinger und Paschke unzufrieden

Felix Hoffmann und Andreas Wellinger zeigten hingegen ein wechselhaftes Bild. Hoffmann belegte nach einem 36. Platz im ersten Sprung einen guten 14. Rang im zweiten Durchgang, fiel zum Abschluss aber wieder auf Platz 28 zurück. Andreas Wellinger steigerte sich nach einem schwachen Start und einem nach eigener Aussage „scheiß“ Sprung auf Platz 37 kontinuierlich über Rang acht bis auf den zwölften Platz im letzten Versuch.

Pius Paschke kam nicht über die Ränge 38, 38 und 32 hinaus: „Ich habe immer noch Probleme mit der Schanze, dass ich hier durch den Radius komme. Dementsprechend waren die Sprünge alle auf schlechtem Niveau“, so Paschke.

International präsentierten sich ansonsten vor allem Ryoyu Kobayashi und Kristoffer Eriksen Sundal stark. Kobayashi landete im zweiten und dritten Durchgang auf den Plätzen sieben und drei, nachdem er den ersten Versuch ausgelassen hatte. Sundal sicherte sich die Ränge 23, sechs und zwei.

Österreich hofft auf Jan Hörl

Auffällig schwach agierte Stefan Kraft, der mit den Plätzen 45, 22 und 39 deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb und noch keine Abstimmung auf dem großen Bakken fand. Die Medaillenhoffnungen der Österreicher, die schon auf der Normalschanze überraschend ohne Edelmetall geblieben sind, ruhen also vor allem auf Hörl.

Das Großschanzen-Einzel am Samstagabend ist traditionell eines der großen Highlights während der Olympischen Winterspiele: Um 17:30 Uhr steht zunächst der Probedurchgang auf dem Programm, bevor der Wettkampf um 18:45 Uhr (alles live bei skispringen.com) mit dem ersten von zwei Wertungsdurchgängen startet.