Standdatum: 14. Februar 2026.

Autorinnen und Autoren:
Felix Krömer und
Kristian Klooß

Erst im Herbst hat Henrike Müller den Posten als grüne Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft übernommen. Sie verrät, wie sie bis zur Bürgerschaftswahl punkten will.

Nach nur zwei Jahren als Fraktionsvorsitzende hat Henrike Müller den Posten als grüne Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft übernommen. Grund war der Rücktritt ihrer Vorgängerin und Parteigenossin Kathrin Moosdorff. Sie hatte im Zuge der Staatsräteaffäre im Oktober 2025 ihr Amt abgegeben.

Nun hat die Senatorin Henrike Müller noch gut ein Jahr Zeit, sich zu profilieren. Dann stehen die nächsten Bürgerschaftswahlen an. Die Amtszeit der 50-jährigen Grünen-Politikerin fällt jedoch in eine Phase, in der der Senat so unter Druck steht wie vielleicht noch niemals zuvor. Manche sprechen sogar von einer „Regierungskrise“.

Was Sie in dieser Situation bewirken will, möchte Felix Krömer im Talk mit Bremens Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft wissen.

1 Wie ist die Stimmung im Senat?

Die grüne Politikerin und ehemalige Umweltsenatorin Kathrin Moosdorf

Kathrin Moosdorf war, bis zu ihrem spontanen Rücktritt, Henrike Müllers Vorgängerin als Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft.

Bild: Radio Bremen

„Freundlich distanziert zu diesen ganzen Anwürfen“, sagt Müller auf die Frage des Moderators (ab Minute 1:23). Wobei sie unter anderem auf die von der CDU angekündigten Misstrauensanträge gegenüber den Linken-Senatorinnen Kristina Vogt und Claudia Bernhard zu sprechen kommt.

Diese hätten sie nicht nur überrascht, sondern auch „ratlos“ zurückgelassen. Es gebe andere parlamentarische Mittel, um öffentlich zu diskutieren, wenn jemand mit bestimmten Personen oder mit bestimmten Einlassungen zu Ereignissen in der Stadt nicht zufrieden sei. „Ich habe keinerlei Misstrauen den beiden Kollegen gegenüber“, betont Müller.

Auch dem anstehenden Parlamentarischen Untersuchungsausschuss, der die Versetzung von Staatsrätinnen und Staatsräten in den einstweiligen Ruhestand – unter anderem durch ihre Vorgängerin Moosdorf – untersuchen soll, sieht Müller nicht als Belastung des Senats. Sie glaube bislang nicht an einen „großen Skandal“, der dort zu finden sei. Und schon gar nicht eine „Regierungskrise“.

2 Wie lief die schnelle Einarbeitung als Senatorin?

Ab Minute 9:18 spricht Felix Krömer mit Henrike Müller über die Herausforderungen, die sie in ihren ersten Wochen als neue Senatorin zu bewältigen hatte.

Müller zählt daraufhin jene drei Herausforderungen auf, die für sie besonders einprägsam waren. Anders als in der Rolle als Fraktionsvorsitzende, sei in ihrer neuen Rolle ihr Kalender „pickepacke voll“, was zu einer starken Fremdbestimmung ihres Arbeitstages geführt habe. Zweitens habe sie sich mit den Mitarbeitern im Haus vertraut machen müssen, drittens habe vor allem das Aktenstudium einen großen Raum eingenommen.

3 Wie kam es zum Rücktritt von Vorgängerin Moosdorf?

Etwas länger sprechen Krömer und Müller (ab Minute 14:57) auch über den Rücktritt von Kathrin Moosdorf, ihrer Vorgängerin als Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft. „Ich fand das sehr stark und ehrenwert“, sagt Müller zur Rücktrittsentscheidung Moosdorfs – und deren Begründung.

4 Wie hat die Herkunft aus der DDR Henrike Müller geprägt?

Auch über ihre Herkunft fragt Felix Krömer die Senatorin (ab Minute 27:22) aus. Der Hintergrund: Henrike Müller, 1975 geboren, stammt aus Dessau in Sachsen-Anhalt. „Sie haben eine spannende Vita“, sagt Krömer.

Müller erklärt ihm daraufhin, wie sehr sie von der Erziehung in der DDR indoktriniert worden sei. Erst, als sie nach der Wende nach Bremen gekommen sei, habe sie klarer gesehen. „Ich habe mir wirklich demokratische Gepflogenheiten richtig draufgeschafft, muss ich sagen, und das ist zu einer echten Überzeugung geworden.“

Auch über ihren Sprung aus der Wissenschaft in die Politik sprechen die beiden (ab Minute 33:25).

5 Was steht bei der Senatorin auf der Agenda?

„Was haben Sie sich denn vorgenommen für die verbleibende Amtszeit?“, möchte Felix Krömer (ab Minute 41:10) wissen. Woraufhin ihm die Senatorin die wichtigsten Themen aufzählt und erläutert. Dazu zählt erstens Wärmeplanung, in der noch in diesem Jahr festgelegt werden soll, wie es in Bremen mit der Fernwärme und vielen anderen Energiethemen konkret vorangehen soll.

Zweitens hat Müller das Thema Müll auf dem Zettel. Wobei sie vor allem das Problem „illegaler Müllablagerung“ angehen will. Ihr drittes wichtiges Anliegen sei der Küsten- und Deichschutz, sagt sie.

In ihrer Rolle als Wissenschaftssenatorin wolle sie zudem unter anderem den Sanierungsstau von Uni-Gebäuden angehen, der sich in Bremen und Bremerhaven auf mehr als eine Milliarde Euro belaufe, sagt sie (ab Stunde 1:01:58).

Quelle:
buten un binnen.

Dieses Thema im Programm:
buten un binnen, 14. Februar 2026, 06:32 Uhr