Ecke Landsberger Allee und Ferdinand-Schultze-Straße entwickelt die landeseigene Gewobag seit Anfang 2023 das Quartier „Weiße Taube“. Wo zuvor eine weitgehend ungenutzte Fläche lag, stehen heute mehrere sieben- bis achtgeschossige Gebäude. Inzwischen lassen sich die architektonischen Konturen klar erkennen, da die ersten Fassaden nahezu vollständig montiert sind.
Während sich an einzelnen Abschnitten noch Gerüste befinden, zeigen andere Häuser bereits ihre hellen Außenflächen mit markanten roten Balkonen. Die Bauarbeiten verlaufen abschnittsweise, sodass mehrere Teams parallel arbeiten. Dadurch schreitet das Projekt sichtbar voran. Ende dieses Jahres soll ein erster Bauabschnitt fertig sein und bezogen werden.
Wohnungsangebot und soziale Mischung an der Landsberger Allee: Breites Spektrum für unterschiedliche Haushalte
Insgesamt entstehen 1.548 Mietwohnungen mit rund 63.500 Quadratmetern Wohnfläche. Das Spektrum reicht von kompakten Einzimmerwohnungen bis hin zu größeren Einheiten mit vier oder fünf Zimmern. Zudem plant die Gewobag rund 1.100 barrierefrei zugängliche Wohnungen. So soll sich das Angebot sowohl an Einzelpersonen als auch an Familien oder ältere Menschen richten.
Gleichzeitig setzt das Land Berlin auf eine klare soziale Ausrichtung. 1.316 Wohnungen unterliegen einer Mietpreis- und Belegungsbindung. Neben WBS-100- und WBS-140-Wohnungen entstehen auch Einheiten für Haushalte mit mittleren Einkommen, die einen erweiterten Wohnberechtigungsschein benötigen. Nach Angaben der Projektverantwortlichen soll das Quartier unterschiedliche Einkommensgruppen integrieren und so einen Beitrag zur Stabilisierung des Wohnungsmarkts leisten.
Zwischen Landsberger Allee und Ferdinand-Schultze-Straße: Neue Wege und Grünflächen
Vier große Baukörper strukturieren das Areal und rahmen eine zentrale Quartiersstraße. Diese verbindet die Gebäude miteinander und öffnet sich an mehreren Stellen zu kleineren Plätzen. Zwei Häuser entlang der Landsberger Allee bilden eine klare Straßenkante und markieren den Eingang in das neue Wohnviertel.
Zwischen den Gebäuden entstehen begrünte Innenhöfe sowie eine öffentliche Parkfläche mit rund 6.800 Quadratmetern. Darüber hinaus integrieren die Planer Spielbereiche und Aufenthaltsflächen. Für den ruhenden Verkehr stehen 338 Stellplätze in einer Tiefgarage zur Verfügung. Ergänzend sieht das Konzept rund 3.700 Quadratmeter Gewerbefläche vor, darunter eine Kindertagesstätte sowie Angebote für Einzelhandel und Dienstleistungen.
Modulare Bauweise und Nachhaltigkeitsanspruch in Lichtenberg
Die Gewobag realisiert das Quartier in modularer Bauweise. Unternehmen fertigen Bauelemente vor und montieren sie anschließend auf der Baustelle. Dieses Verfahren verkürzt die Bauzeit und sorgt für planbare Abläufe. Gleichzeitig setzen die Beteiligten auf recyclebare Materialien sowie einen energiearmen Produktions- und Montageprozess.
Auf den Dächern entstehen extensive Begrünungen und Photovoltaikanlagen mit insgesamt rund 10.000 Quadratmetern Fläche. Für einzelne Bauabschnitte strebt die Bauherrin eine DGNB-Gold-Zertifizierung an. Das Gesamtprojekt soll im zum Jahresende abgeschlossen sein. Angesichts von mehr als 1.500 neuen Wohnungen zählt die „Weiße Taube“ damit zu den größten Neubauvorhaben in Berlin-Lichtenberg.