Paderborn. Nach mehr als fünf Jahren Pause gastiert der SC Paderborn an diesem Sonntag, 15. Februar, um 13.30 Uhr mal wieder im Bochumer Ruhrstadion. In der Zweitligapartie beim VfL Bochum wartet auf den SCP dabei ein echter Härtetest, denn die Gastgeber zählen zu den formstärksten Teams der Liga. Im Folgenden gibt’s Wissenswertes zu diesem Westfalenduell.

Die Personallage in Bochum und Paderborn

Beide Trainer können am Sonntag nahezu aus dem Vollen schöpfen. Beim SCP wird lediglich Marcel Hoffmeier (Aufbautraining nach Kreuzbandriss) definitiv ausfallen. Zudem muss wohl Filip Bilbija erneut passen. „Es besteht noch die Resthoffnung, dass er am Samstag ins Mannschaftstraining zurückkehren kann“, sagte SCP-Coach Ralf Kettemann am Freitag.

In diesem Fall könnte Bilbija, den ein recht heftiger grippaler Infekt erwischt hatte, in den 20er-Kader zurückkehren. Mehr als ein kurzer Joker-Einsatz wäre aber wohl nicht drin. Beim VfL Bochum fehlen Stürmer Ibrahim Sissoko und Abwehrroutinier Kevin Vogt. Gesperrt ist kein einziger VfL-Akteur, was aus Paderborner Sicht schon ein wenig Pech ist. So droht gleich sieben (!) Bochumern bei der nächsten Gelben Karte eine Spielsperre.

×

Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail zur Bestätigung Ihrer Anmeldung.

Erst danach ist diese abgeschlossen.

Bitte prüfen Sie auch den Spam-Ordner.

×

Sie haben bisher Ihre E-Mail-Adresse noch nicht bestätigt.

Erst danach ist diese abgeschlossen.

Bitte prüfen Sie auch den Spam-Ordner.

×

Es ist einen Fehler aufgetreten

Bei Fragen hilft unser Newsletter-Support

Newsletter

SC Paderborn 07

Wöchentlich alle News rund um den SC Paderborn.

Jetzt anmelden

Die offenen Startelffragen

Beim SCP könnte Ralf Kettemann am Sonntag auf die Devise „Never change a winning team“ setzen. So hatte die Anfangsformation beim 2:1-Heimsieg gegen Nürnberg prima funktioniert. Offen ist vermutlich auch nur die Position des linken Halbverteidigers. Hier wäre der wiedergenesene Calvin Brackelmann ein Startelfkandidat. Allerdings zählte „Ersatzmann“ Jonah Sticker gegen Nürnberg zu den besten Paderbornern.

Beim VfL Bochum sind ebenfalls schon zehn Startelftickets vergeben. Offen ist noch die Besetzung der Sechserpositionen. Hier buhlen die Toptalente Mats Pannewig, Cajetan Lenz und Francis Onyeka um zwei Plätze.

Lesen Sie auch: Warum der SC Paderborn beim Wiedersehen mit Bochum auf einen anderen VfL trifft

Die Formkurven der beiden Teams

Seitdem Uwe Rösler das Trainerteam beim VfL Bochum übernommen hat, verbuchte der zuvor arg kriselnde Erstliga-Absteiger sechs Siege, sechs Remis und nur eine Niederlage. Zusammen mit dem SV Darmstadt 98 ist der VfL damit das beste Zweitligateam der vergangenen 13 Spieltage. Der SC Paderborn holte in diesem Zeitraum allerdings nur zwei Punkte weniger.

In einer Tabelle der vergangenen neun Spieltage rangiert der SCP jedoch mit drei Siegen, einem Remis und fünf Niederlagen lediglich auf Rang 13. Bochum kam in diesem Zeitraum auf drei Siege, fünf Remis und eine Niederlage.


Die kurze Hose ist sein Markenzeichen: VfL-Coach Uwe Rösler, hier im Gespräch mit dem Ex-Paderborner Gerrit Holtmann, hat in Bochum das Feuer neu entfacht. - © Imago Images

Die kurze Hose ist sein Markenzeichen: VfL-Coach Uwe Rösler, hier im Gespräch mit dem Ex-Paderborner Gerrit Holtmann, hat in Bochum das Feuer neu entfacht.
| © Imago Images

Die Bochumer Stärken

VfL-Coach Uwe Rösler konnte die Anzahl der Gegentreffer, die Bochum pro Spiel kassiert, mehr als halbieren. „Bochum verteidigt leidenschaftlich und kompakt und geht vor allem zuhause mit großer Energie zu Werke. Sie sind super schwer zu schlagen“, urteilt SCP-Coach Ralf Kettemann und ergänzt mit Blick auf Uwe Rösler: „Der Kollege heizt den Kessel da ganz gut ein.“

Der VfL überzeuge aber nicht nur durch leidenschaftliche Abwehrarbeit. „Da sind auch richtig viele gute Fußballer auf dem Platz, die in jedem Moment eine gefährliche Situation einleiten können“, betont Kettemann und warnt insbesondere vor dem Bochumer Umschaltspiel und vor der VfL-Torgefahr bei Standardsituationen. „Es ist super anspruchsvoll, das zu verteidigen“, so Paderborns Trainer.

Malochen statt knipsen: Was Steffen Tigges für den SC Paderborn so wertvoll macht

Die Paderborner Stärken

„Paderborn steht absolut zurecht da oben. Sie haben eine interessante Spielweise“, sagt VfL-Coach Uwe Rösler. Dabei hat er unter anderem die zielgenauen langen Bälle und die vielen Flanken im Blick, mit denen der SCP operiere. Darüber hinaus lobt Rösler die fußballerischen Fähigkeiten von Paderborns Torwart Dennis Seimen. „Es wird schwer, den SCP zu pressen“, erklärt Bochums Trainer.

Ex-Paderborner in Bochumer Diensten

Mit Flügelflitzer Gerrit Holtmann (30) und Stoßstürmer Philipp Hofmann (32) werden am Sonntag zwei Ex-Paderborner in der Bochumer Startelf stehen. Beide blühten unter Uwe Rösler wieder auf. Gerade Hofmann, der in der Zweitliga-Saison 2012/13 als Schalker Leihgabe für den SCP kickte, hat von seinem Trainer offenbar wertvolle Tipps erhalten.

„Philipp wollte immer außen aushelfen, aber das habe ich ihm strikt verboten. Ich brauche ihn im Zentrum, wo er den kürzesten Weg zum Tor hat, damit er seine Kräfte für die entscheidenden Situationen in beiden Boxen schont“, erklärte Rösler bei der Pressekonferenz zum Spiel.

Gerrit Holtmann wurde Anfang Dezember durch eine Knie-OP außer Gefecht gesetzt, feierte aber vor zwei Wochen beim 2:0-Heimsieg gegen Schalke ein glanzvolles Comeback. Der pfeilschnelle 30-Jährige dürfte am Sonntag Paderborns rechte Abwehrseite vor Probleme stellen. Für seinen Ex-Klub hat Holtmann warme Worte parat.

„Dort legen sie sehr viel Wert auf Intensität, Sprintgeschwindigkeit und darauf, immer mehr als 100 Prozent zu geben. Wir müssen einfach voll dagegenhalten“, betont der VfL-Akteur in einem Interview mit der vereinseigenen Medienabteilung. In diesem blickt Holtmann zudem auf die Bundesliga-Saison 2019/20 zurück, in der er 26 Pflichtspiele für Paderborn bestritt: „Es war trotz des Abstiegs eine wunderschöne Zeit. Sie war kurz, aber sehr intensiv.“

Lesen Sie auch: Hier sehen Sie den SC Paderborn 07 gegen den VfL Bochum live im TV und Stream

Die Bilanz zwischen beiden Teams

Bislang gab es 18 Pflichtspiele zwischen Bochum und Paderborn. Die Bilanz ist mit sieben Siegen, vier Remis und sieben Niederlagen ausgeglichen. Im Ruhrstadion kam der VfL allerdings bei nur zwei Niederlagen auf fünf Siege, ein Remis und ein Torverhältnis von 20:9. So kassierte der SCP an der Castroper Straße schon ziemlich schmerzhafte Niederlage.

Am 11. Dezember 2015 gab es unter Trainer Stefan Effenberg beispielsweise eine Paderborner 0:4-Schlappe, die für die SCP-Akteure Brückner, Lakic und Saglik bittere Folgen haben sollte. Das Trio wurde auf Druck der Vereinsführung suspendiert. Es war eine Entscheidung, für die sich Präsident Wilfried Finke später entschuldigte.

Beim bis dato letzten Auftritt in Bochum verlor Paderborn am 11. Dezember 2020 mit 0:3, weil der SCP kurz nach der Pause drei Gegentore in acht Minuten schlucken musste. In der Aufstiegssaison 2018/19 gewannen die Paderborner dagegen durch Treffer von Michel und Zolinski mit 2:1. Unter Trainer Roger Schmidt hatte der SCP im September 2011 sogar einen 4:0-Erfolg in Bochum gefeiert.

Alle SCP-Nachrichten im Überblick: Der News-Blog rund um den SC Paderborn