Das Hinspiel war eine klare Angelegenheit – obwohl es ganz am Ende noch relativ knapp wurde: Eintracht Frankfurt gewann Ende September 6:4 im Borussia-Park, es hätte nach einem zwischenzeitlichen 6:0 aber deutlich höher ausgehen können. Am Samstagnachmittag in Frankfurt siegte die Eintracht nun mit drei Toren Differenz. Doch auch diesmal spiegelte das Ergebnis, die 0:3-Niederlage der Gladbacher, den Spielverlauf nicht wider. Nur war es nun umgekehrt.
„Es ist heute komisch. Wer das Spiel nicht gesehen hat, wird sich denken: ‚Okay, da sind sie abgewatscht worden.‘ Aber das fühlte sich gar nicht so an“, sagte Borussias Manager Rouven Schröder. Und Trainer Eugen Polanski sagte zu Beginn seiner Analyse: „Ich bin extrem sauer, weil diese Niederlage extrem unnötig war und vermeidbar. Es ist grundsätzlich alles aufgegangen, was wir uns vorgenommen hatten, sowohl mit als auch gegen den Ball.“
Die Zahlen zu diesem Spiel erklären den Frust der Borussen: Sie verbuchten am Ende ein Torschuss-Verhältnis von 20:12 für sich, bei den Flanken lagen sie 16:4 vorne, beim Ballbesitz waren es 56 Prozent. Doch letztlich feierte die Eintracht einen klaren Heimsieg, es war zugleich ihr erster Dreier in diesem Jahr, während Borussia nun schon seit sechs Partien sieglos ist.
Gladbach: Hinten ohne Konsequenz, vorne ohne Effizienz
Und so war einfach zu beantworten, woran es Polanskis Mannschaft bei einem zuvor sehr verunsicherten Team, das zudem verletzungsbedingt seinen einzigen zentralen Stürmer nach einer Viertelstunde auswechseln musste, gemangelt hatte. „Zwischen den Sechzehnern haben wir ein gutes Auswärtsspiel gemacht und haben uns Chancen erarbeitet, sind aber zu selten mit unseren Schüssen aufs Tor gekommen. Wir müssen bei so viel Aufwand deutlich mehr Ertrag erzielen. Und hinten haben wir mitgeholfen, da müssen wir besser verteidigen. In den Strafräumen waren wir einfach nicht gut genug“, sagte Schröder.
So hatte die SGE zur Pause einen Expected-Goals-Wert von 0,29 Toren, hatte sich aber über zwei Treffer freuen dürfen. In diesen Szenen wurde deutlich, dass es Gladbach hinten an Konsequenz fehlte und vorne an Effizienz. Bei Frankfurt war beides vorhanden. „Das 0:3 fühlt sich heftig an, weil es eigentlich nicht so ein Spiel war. Aber Frankfurt war in der Box sowohl defensiv als auch offensiv besser“, sagte Haris Tabakovic.
Gladbachs zentraler Angreifer hatte in der ersten Halbzeit vergeblich auf eine verwertbare Hereingabe gewartet, obwohl die Borussen sich oft genug auf den Seiten durchkombinierten. Erst kurz nach der Pause kam der Bosnier zu einem Kopfball, Eintrachts Torwart Kaua Santos wehrte den Ball aber zur Ecke ab. Später musste sich der Keeper bei einem satten Schuss Wael Mohyas noch kräftiger strecken – doch blieben dies die einzigen nennenswerten Paraden des in den vergangenen Wochen oft gescholtenen Schlussmanns.
Tabakovic: „Wir wissen, wie die Tabelle aussieht“
„Wir hatten genügend Chancen, aber die Frankfurter haben es gut gemacht und sich reingeworfen, vieles geblockt. Wir haben das defensiv eben nicht gemacht, so schießt die Eintracht auch Weitschusstore. Das war der Unterschied“, sagte Tabakovic. Umso ärgerlicher ist, dass Borussia anders als in den vergangenen Auswärtsspielen fußballerisch viel mehr anbot, auch mehr Ausstrahlung hatte, wie Schröder befand, aber dies nicht nutzen konnte.
So ist ein weiteres Spiel enttäuschend für die Borussen gelaufen, die nur zum Auftakt 2026 gegen den FC Augsburg als Sieger vom Platz gegangen sind. „Wir wissen, wie die Tabelle aussieht und dass wir die restlichen zwölf Spiele Vollgas geben müssen. Wir müssen schauen, dass wir die Punkte holen“, sagte Tabakovic. Dafür benötigt es künftig aber wieder Ergebnisse, die den Spielverlauf besser widerspiegeln als am Samstagnachmittag in Frankfurt.