Das Bild der jungen Frau mit der blassen Haut und den schimmernden Haaren stand lange unter Verdacht. Kein Wunder, denn da gibt es viel in der Vergangenheit des Gemäldes, das misstrauisch macht. Zum Beispiel das Jahr, in dem es in den Besitz des Nationalsozialisten Hermann Göring kam – 1941 war das, also während des Zweiten Weltkriegs. Auf der Rückseite war ein Aufkleber mit einem Reichsadler und einem Hakenkreuz angebracht; außerdem wurde es über den Kunsthändler Theodor Fischer verkauft. Den Namen kennt man in der Forschung. „Da weiß man direkt: oje“, sagt Karlheinz Wiegmann, Museumsdirektor von Schloss Rheydt – denn der Schweizer war dafür bekannt, mit NS-Raubkunst gehandelt zu haben.