TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen
Bonn – Alaaf! In der fünften Jahreszeit sind die Telekom Baskets nicht zu bremsen. Im traditionellen Karnevalsspiel schlugen die Bonner das Kellerkind Veolia Towers Hamburg mit 92:85 (43:40) und untermauern ihre Ambitionen auf die Play-offs der Easycredit BBL. Die abstiegsbedrohten Türme sind dagegen nach vier Siegen zurück auf dem nüchternen Boden der Tatsachen. Und stecken weiter tief im Abstiegskampf.
Seit 2009 steigt in Bonn einmal pro Saison das bunteste Basketball-Spektakel des Jahres. Viele der 6000 kostümierten Fans glühen schon ab Nachmittag vor. Die hochprozentige Stimmung schwappt regelmäßig aufs Parkett: Von den 16 Karnevalsspielen gewannen die närrischen Gastgeber jetzt schon zum 14. Mal! Der ganze Hardtberg hüpfte. Und Topscorer Jeff Garrett (20 Punkte) bedankte sich: „Die Fans haben ganz klar den Unterschied gemacht. Sie haben sich verkleidet, waren im Feier-Modus. Das war wie eine große Party.“
Dieganz offensichtlich auch Dyn-Kommentator Stefan Koch (61) inspirierte. Der ehemalige Spitzentrainer ist bei dem Streaming-Sender normal der Mann für die fachlichen Expertisen. Doch diesmal überraschte er im schrillen, pinkfarbenen Siebziger-Outfit und einem grünen Frosch auf der Schulter!
Beim Karnevalsspiel in Bonn: TV-Kommentator überrascht mit schrillem Outfit
Krasser Gegensatz: Towers-Boss Marvin Willoughby (48) erschien im nüchternen Schwarz zum Interview. „Ich habe unsere Spieler gestern beim Mittag gebrieft, dass das ein bisschen anders sein wird heute“, verriet der Norddeutsche. Als Spieler hatte Willoughby mehrere Jahre in Köln verbracht. Darum ist ihm der rheinische Frohsinn nicht fremd. Und er schloss das Gespräch mit dem zweiten Paragrafen des Kölschen Grundgesetzes: „Et kütt, wie et kütt.“
Zunächst kam es ziemlich dicke. Den Hamburgern fehlte ihr laut Statistik effektivster Mann, Center Zacharie Perrin (21), der mit einem Mittelhandbruch rund zwei Monate ausfallen wird. Ohne ihn dominierte Bonn unter den Brettern (27:16 Rebounds in der ersten Hälfte). Zudem trafen die Türme im ersten Viertel nur 5 ihrer 17 Wurfversuche. So führten die Bonner nach zehn Minuten verdient mit 24:14.
Doch im zweiten Viertel bekamen die Gäste in der zähen Partie immer mehr Zugriff. Und Koch wunderte sich: „Für ein Karnevalsspiel ist es überraschend ruhig in der Halle …“

Foto: BILD
Auch nach der Pause änderte sich das zunächst nicht, obwohl die Bonner, begünstigt durch vier Ballverluste der Türme, erneut den besseren Start erwischten – und mit einem 7:0-Lauf auf 55:45 stellten. „Außer den Fans hinter dem Korb ist das hier eine ruhige Halle“, stellte Koch fest. „Und selbst da ist bei normalen Spielen deutlich mehr los als heute. Das ist irgendwie ein bisschen unverständlich.“
Richtig laut wurde es erst nach 34 Minuten. Denn da hatten sich die Hamburger nämlich nochmal die Führung zurückerkämpft (76:75). Und die Fans brüllten: „Defense!“ Von Minute zu Minute wurde die Stimmung fröhlicher. Und Bonn holten sich den sechsten Karnevalssieg in Folge!
Bester Hamburger war Devon Daniels (27) mit 18 Punkten. Kollege LJ Thorpe (26) analysiertee: „Wir haben zu viele Offensiv-Rebounds abgegeben und in der Defensive nicht genug Stopps produziert.“ Bonn – Alaaf!