„2025 war für Mercedes-Benz – wie für fast alle Autobauer – ein Jahr zum Abhaken“, sagt Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer. Der Gewinn des Stuttgarter Premiumherstellers ist um knapp die Hälfte eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahr sank das Konzernergebnis 2025 um rund 49 Prozent von 10,4 Milliarden Euro auf 5,3 Milliarden Euro, teilt der Stuttgarter Premiumhersteller mit.
Zölle, negative Wechselkurseffekte und der intensive Wettbewerb in China haben die Ergebnisse laut Mercedes belastet. Kosteneinsparungen von mehr als 3,5 Milliarden Euro in der Pkw-Sparte hätten hingegen einen Teil des Gegenwinds kompensiert. Der Umsatz von Mercedes-Benz ging 2025 um neun Prozent auf 132,2 Milliarden Euro zurück. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern sank im gleichen Zeitraum um 57 Prozent auf 5,82 Milliarden Euro.
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„US-Präsident Donald Trump hat eine Spur der Verwüstung hinterlassen, nicht nur für die deutschen Autobauer, sondern auch für General Motors, Ford und Stellantis. Die USA sind zum Risiko-Markt geworden“, sagt Dudenhöffer im Gespräch mit der Schwäbischen Zeitung. Durch die Unberechenbarkeit von Trumps „Zoll-Aggressionen und -Launen“ und auch, weil man wegen des schwachen Absatzes von Elektroautos und Plug-in-Hybriden in den USA Wertberichtigungen habe vornehmen müssen, erläutert der Branchenkenner. Absatz, Umsatz und Gewinn bei Mercedes seien enttäuschend und reihten sich in die Ergebnisse fast aller Autobauer ein.
Neun Prozent weniger Pkw verkauft als im Vorjahr
Die finanziellen Ergebnisse seien im Rahmen der Prognosen ausgefallen und würden getragen „von einem klaren Fokus auf Effizienz, Geschwindigkeit und Flexibilität“, sagt dagegen Mercedes-Chef Ola Källenius. „Wir sind bereit für das Jahr 2026“, so der Manager. Mit einem klaren Plan und einem „sehr wettbewerbsfähigen Produktportfolio“ treibe Mercedes die Transformation voran. Für 2026 rechnet der Hersteller mit einem Konzernumsatz auf Vorjahresniveau, das operative Ergebnis soll „deutlich über dem Vorjahr“ liegen.
Insgesamt verkaufte Mercedes-Benz im vergangenen Jahr rund 2,16 Millionen Pkw und Vans. Pkw wurden etwas mehr als 1,8 Millionen abgesetzt, was einem Rückgang von neun Prozent im Vergleich zu 2024 entspricht, wie dem Zahlenwerk zu entnehmen ist. In China fiel der Rückgang mit 19 Prozent besonders deutlich aus. Nach wie vor ist China das wichtigste Land für Mercedes. Fast ein Drittel aller Pkw setzten die Schwaben 2025 dort ab. Das Unternehmen hatte bereits vor einem Jahr auf die angespannte Lage reagiert und ein Sparprogramm ausgerufen.
Autoexperte: „Jahr der Erkenntnis für Mercedes“
„2025 ist ein Jahr der Erkenntnis für Mercedes gewesen“, sagt Dudenhöffer. Schwere Versäumnisse der Vergangenheit wurden teilweise korrigiert – wie etwa der Fokus auf eine reine Luxusstrategie. So habe Konzernchef Källenius erkannt, dass ohne Einstiegsfahrzeuge – sprich A-Klasse – Mercedes verwundbar sei. Ein Nachfolger der A-Klasse wird bald gebaut – aus Kostengründen allerdings nicht mehr in Rastatt, sondern in Ungarn. Erkannt wurde laut Dudenhöffer auch, dass Elektroautos und Verbrenner sich zwar im Antrieb wesentlich unterscheiden, aber nicht unbedingt im Design der Modelle. Das „schmerzhafte“ Jahr 2025 zeige zudem: „Alle deutschen Premiumhersteller brauchen eine neue China-Strategie“, betont der Autopapst. Das heißt: Der Preisunterschied zwischen hochwertigen Chinesen und deutschen Premiumherstellern müsse wesentlich kleiner werden, „um den Turnaround in China zu schaffen“.
Für 2026 sind laut Dudenhöffer bessere Voraussetzungen geschaffen worden, etwa auf der Kostenseite und auch durch eine vielversprechende Produktpalette. Überarbeitete Mercedes-Modelle – wie etwa die C-Klasse und die S-Klasse – kommen im Frühjahr auf den Markt. Im Laufe des Jahres werden außerdem wichtige SUVs wie GLA und GLC mit neuem Elektroantrieb in den Verkauf gehen. „Von der Produktseite her hat Mercedes 2026 damit etwas Rückenwind“, sagt Dudenhöffer. Spannend werde China, „das große Problemkind aller deutschen Autobauer“. „Bis Mercedes dorthin zurückkommt, wo der Hersteller vor einigen Jahren war, wird es aber dauern“, prognostiziert Dudenhöffer.