Deutlich weniger Emissionen als früher: Wie Leipzigs Luft sauberer wurde

Im Grunde erzählen die Daten eine Erfolgsgeschichte. „Die lokalen Partikelquellen aus Leipzig sind sehr viel kleiner geworden“, sagt er. Vor 25 Jahren sei das noch völlig anders gewesen. Damals habe man in der Stadtmitte oder an der Eisenbahnstraße viele Spuren von Autos gemessen, etwa von Dieselmotoren ohne Nachbehandlung oder Benzinern ohne Katalysator. „Seitdem haben sich die Werte deutlich verbessert, mindestens um das Zwanzigfache“, sagt er.

Der Trend gilt auch für Deutschland im Ganzen. Wie das Umweltbundesamt kürzlich mitgeteilt hat, haben sie die Maßnahmen zur Luftreinhaltung ausgezahlt. Im vergangenen Jahr wurden demnach alle Grenzwerte der europäischen Luftqualitätsrichtlinien eingehalten.

Holzöfen als neues Problem: Warum Gemütlichkeitsfeuer heute zur Luftbelastung beitragen

Hat Deutschland also alle Hausaufgaben erledigt? Nicht ganz, sagt Herrmann. Denn sogenannte Gemütlichkeitsfeuer, also Holzöfen, die sich mancher Hausbesitzer noch als Luxus gönnt, stellen inzwischen einen deutlichen Beitrag zur Luftverschmutzung dar. „Besonders im Winter und bei Inversionswetterlagen sehen wir da gewichtige Beiträge zur Feinstaubbelastung“, sagt der Forscher.

Das Problem ist aus seiner Sicht ein lösbares. Wer auf den Ofen nicht verzichten will, könnte etwa einen Keramikfilter einsetzen. „So ein Filter, den man einmal im Jahr tauscht, kostet ungefähr 400 bis 500 Euro. Das wäre ein vertretbarer Aufwand“, sagt er.