Stand: 15.02.2026 10:29 Uhr

Nachdem unbekannte Täter Schließfächer in einer Bankfiliale in Stuhr (Landkreis Diepholz) aufgebrochen haben, sucht die Polizei nun nach Zeugen. Vermutlich soll es sich um drei Männer handeln.

Erste Zeugen haben laut einer Banksprecherin kurz nach der Tat am Freitag, gegen 13.20 Uhr, drei Männer in blauen Overalls vor der Bank gesehen. Sie seien auf einen dunklen VW-Golf zugelaufen. Ob sie eingestiegen sind oder zu Fuß weitergegangen sind, sei noch unklar. Da von den Tätern bisher jede Spur fehlt, hofft die Polizei nun auf Zeugenhinweise.

Täter brechen 14 von 718 Schließfächern auf

Die Täter verschafften sich am Freitag in der Mittagspause der Bank durch einen Lichtschacht Zugang zu dem Keller, wie die Polizei mitteilte. Dort hätten sie ein Gitterfenster ausgehebelt und mehrere Türen aufgebrochen, um zu den Schließfächern zu gelangen. Den Ermittlern zufolge gelang es den Tätern, 14 Schließfächer aufzubrechen. Inhalt und Wert seien derzeit noch unklar, teilte ein Sprecher am Samstag mit. Die Polizei ermittelt.

Bank informiert betroffene Kunden

Die Volksbank Niedersachsen-Mittag hat begonnen, die betroffenen Schließfachinhaberinnen und -inhaber per Telefon zu informieren. Für alle weiteren Fragen hat die Bank eine Hotline geschaltet. Ab Montag sollen den Angaben zufolge alle Schließfachinhaberinnen und -inhaber individuell informiert werden. Insgesamt gebe es in der Filiale 718 Schließfächer, betroffen sei also nur eine geringe Zahl, sagte die Banksprecherin. Die Filiale soll ab Montag wieder regulär öffnen, hieß es in einer Pressemitteilung. Zum Inhalt der Schließfächer machte die Volksbank aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben.

Kunden nach Vorfall in Volksbank besorgt

Nach dem Vorfall zeigen sich Kunden der Bank besorgt. „Ist eine schwierige Situation“, sagt ein Kunde, der in der Filiale in Stuhr ein Schließfach gemietet hat und nach Informationen sucht. Die Ungewissheit sei schwer auszuhalten, betont auch ein anderer Kunde. Man hoffe natürlich, nicht betroffen zu sein. „Es ist auch nicht so ganz unerheblich, was dann weg wäre.“ Seit Anfang des Jahres müssen die Kunden ihre Schließfächer selbst versichern. Das teilte die Volksbank am Samstag auf NDR Anfrage mit. Wie viele das getan haben, ist laut der Bank noch unklar. Diese haftet in dem Fall nicht.

Sollte unbekannte Flüssigkeit Spuren verwischen?

Laut Polizei fiel der Einbruch am Freitag nicht durch einen Alarm auf, sondern weil sich die Mitarbeiter der Volksbank-Filiale plötzlich unwohl fühlten und ihnen übel wurde. Grund dafür sei eine unbekannte Flüssigkeit, die die Täter im Keller versprüht hatten -möglicherweise um Spuren zu vernichten. Um welches Mittel es sich handelt und es wozu die Einbrecher die Flüssigkeit verwendet haben, ist laut Polizei ebenfalls noch ungeklärt. Die Feuerwehr habe später keine erhöhten Messwerte feststellen können, heißt es. Zwei Mitarbeiter der Bank hätten vom Rettungsdienst behandelt werden müssen.

Mehrere Banküberfälle in den vergangenen Monaten

Es ist der vierte Banküberfall innerhalb weniger Monate. Erst Ende Januar hatten Unbekannte in Wilhelmshaven ebenfalls Schließfächer einer Bank aufgebrochen. Und im Dezember hatte ein Bankraub in Gelsenkirchen für Aufsehen gesorgt, auch in Halle (Westfalen) wurden später Schließfächer aufgebrochen. Unbekannte Täter brachen dort in einer Sparkasse über 3.000 Schließfächer auf und erbeuteten Geld und Wertsachen in Millionenhöhe.

Eingang einer Bank in Fedderwardergroden, in der Schließfächer aufgebrochen wurden.

Sie nehmen Bezug auf den Fall in Wilhelmshaven und versuchen, so an Kontodaten zu kommen. Die Polizei rät dazu, aufzulegen.

Eingang einer Bank in Fedderwardergroden, in der Schließfächer aufgebrochen wurden.

Die Tat in Wilhelmshaven erinnert an Gelsenkirchen – noch sind viele Fragen offen. Alle Betroffenen wurden informiert.

Smartphone

Er wurde aufgefordert, seine Zugangsdaten fürs Onlinebanking zu ändern. Dann wurden 70.000 Euro von seinem Konto abgebucht.

Ein Loch ist in der Wand eines Vorraums der Sparkasse Gelsenkirchen zu sehen.

Die Täter flohen offenbar in einem schwarzen Wagen mit „H“-Nummernschild. Dieses ist laut Polizei allerdings gefälscht.