Kallas-Rede in München

EU-Top-Diplomatin widerspricht Trump

15.02.2026 – 11:50 UhrLesedauer: 2 Min.

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Kaja Kallas erinnerte an ein Sprichwort aus ihrer Heimat Estland: „Wer nichts verlangt, zahlt drauf.“ (Quelle: IMAGO/dts Nachrichtenagentur/imago)

Zum Abschluss der Sicherheitskonferenz fordert die EU-Außenbeauftragte Kaja Kalles mehr Mitspracherechte für Europa. Und sie legt sich gleich mit zwei Mächtigen an.

Kaja Kallas war Regierungschefin des kleinen EU- und Nato-Lands Estland. Das hindert sie nicht daran, sich in ihrem neuen Amt als EU-Außenbeauftragte mit den ganz Großen anzulegen. Bei ihrer Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) kritisierte Kallas die Regierung von US-Präsident Donald Trump. Kalles beklagte sich über ein „Bashing“ der EU und erklärte: „Anders als manche meinen, steht das woke, dekadente Europa nicht vor dem Untergang seiner Zivilisation.“

Kallas hielt dagegen. „Die Botschaft, die wir gehört haben, lautet, dass Amerika und Europa miteinander verflochten sind, dies in der Vergangenheit waren und auch in Zukunft sein werden. Ich halte das für wichtig“, sagte die zweitmächtigste Frau in der EU. Es sei klar, „dass wir nicht in allen Fragen einer Meinung sind, und das wird auch so bleiben“, so Kallas.

Die EU-Außenbeauftragte forderte, Europa in eine Friedenslösung einzubinden: „Wenn wir nicht einfach allem zustimmen, was Amerika aushandelt, dann müssen sie mit uns sprechen.“ Derzeit sitze Europa bei den Verhandlungen nicht mit am Tisch, „weil die Russen wirklich glauben, dass sie das, was sie militärisch nicht erreicht haben, nun auf diplomatischem Wege am Verhandlungstisch erreichen können und dass die Amerikaner ihnen dies liefern werden“.

Europa könne aber „diesen Dingen nicht zustimmen. Jetzt kommt ein Punkt, an dem auch die Russen verstehen, dass die Dinge, die sie tatsächlich brauchen oder von denen sie glauben, dass die Amerikaner sie ihnen liefern werden, von Europa abhängig sind.“ Zugleich warnte Kallas vor zu vielen Zugeständnissen: „Wir haben in Estland ein Sprichwort, das besagt: Wenn man viel verlangt, bekommt man wenig, wenn man wenig verlangt, bekommt man nichts, und wenn man nichts verlangt, zahlt man noch drauf.“