SV Wehen Wiesbaden Jubel MSV Duisburg

Stand: 15.02.2026 13:14 Uhr

6:1 gegen den Tabellenzweiten: Der SV Wehen Wiesbaden hat gegen Duisburg seine aktuelle Stärke demonstriert. Und ist nun ganz nah an den begehrten Plätzen in der 3. Liga.

Daniel Scherning wählte mal einen anderen Ansatz. Einen nüchternen, definitiv nicht euphorischen. Der gebürtige Ostwestfale nahm sich das schwäbische Motto „Nicht geschimpft, ist nicht genug gelobt“ zu Herzen und begann seine Ausführungen zum fulminanten, beeindruckenden, erinnerungswürdigen 6:1-Heimerfolg seines SV Wehen Wiesbaden am Samstag gegen den Tabellenzweiten aus Duisburg mit folgenden Worten: „Wenn du 6:1 gegen Duisburg gewinnst, gibt es wenig zu kritisieren.“

Nein, das gibt es wirklich nicht. So gar nicht. Der SVWW legte (das Pokal-Spiel gegen die Bayern mal ausgeklammert) die wahrscheinlich beste Leistung der Saison an den Tag, spielte den in dieser Spielzeit sonst so überraschend gut aufspielenden Aufsteiger aus Duisburg über die 90 Minuten völlig an die Wand und gewann am Ende auch in dieser Höhe völlig verdient.

Eine Machtdemonstration der Hessen

Das Spiel in der Landeshauptstadt war derart einseitig, dass selbst MSV-Coach Dietmar Hirsch nach dem Spiel zähneknirschend erklären musste: „Wir brauchen heute nicht über die Höhe sprechen.“ Zu klar waren die Verhältnisse, zu sehr glich der grüne Rasen in Wiesbaden einer Einbahnstraße. Es war eine Machtdemonstration der Hessen. Ein absoluter Statement-Sieg.

Schon nach drei Minuten hatte Fatih Kaya eines seiner vier Tore erzielt. Vor dem 2:0 durch Moritz Flotho in der 26. Minute hätte diese Partie gar schon entschieden sein können – wenn nicht gar müssen. „Wir können nach 15 Minuten schon 2:0 oder 3:0 führen“, erklärte Scherning nicht zu unrecht.

Träume sind in Wiesbaden erlaubt

Ein Umstand, den aus hessischer Sicht nachher niemanden mehr interessierte. Der SVWW hatte Bock auf Fußball, blieb auf dem Gaspedal und schenkte den überforderten Duisburgern, denen nur in der 46. Minute der Ehrentreffer gelang, einen Treffer nach dem anderen ein: drei weitere Male Kaya (45.+2, 47., 63.), einmal Lukas Schleimer (67.). Fertig war das Schützenfest.

Ein Schützenfest, das in der Landeshauptstadt zum Träumen anregt. Nur noch zwei Punkte ist die Scherning-Elf vom Relegationsplatz entfernt, gerade einmal drei Zähler vom direkten Aufstiegsrang. Dazu ist der SVWW in der Liga im neuen Kalenderjahr noch ungeschlagen, aus fünf Spielen gab es 13 Punkte. Die Hessen sind das Team der Stunde.

„Ich kann nur den Hut ziehen“

Lassen die Wiesbadener auch in den nächsten Spielen derart die Muskeln spielen, kann in dieser Saison tatsächlich doch noch der große Wurf gelingen. Das 6:1 gegen Duisburg macht jedenfalls Geschmack auf mehr. Oder wie es der schwäbisch-ostwestfälische Trainer Scherning am Ende seiner Ausführung doch noch betonte: „Ich kann nur den Hut ziehen.“ Na immerhin.

Hessischer Rundfunk