Wolfsburg-Trainer Stephan Lerch

AUDIO: VfL Wolfsburg lässt Punkte gegen SGS Essen liegen (1 Min)

Frauen-Bundesliga

Stand: 15.02.2026 16:15 Uhr

Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben am Sonntag den vielleicht entscheidenden Rückschlag im Kampf um die Meisterschaft erlitten. Das Team von Trainer Stephan Lerch kam gegen die abstiegsbedrohte SGS Essen trotz einer frühen Führung nicht über ein 1:1 (1:0) hinaus.

von Tobias Knaack

Drei Tage nach der anstrengenden Aufholjagd beim 2:2 im Champions-League-Play-off-Hinspiel gegen Juventus Turin boten die „Wölfinnen“ gegen Essen eine schwache Leistung. Die Niedersächsinnen hatten zwar viel Ballbesitz, spielten über weite Strecken der Begegnung aber viel zu langsam und statisch. Ella Touon (48.) konterte für die aufopferungsvoll kämpfende SGS die frühe Wolfsburger Führung durch Kessya Bussy (4.).

Mit dem fahrigen Auftritt verpasste es der VfL, sich Selbstvertrauen vor einer ganz wichtigen Woche zu holen. Am Donnerstag steigt das Rückspiel in Turin (18.45 Uhr, im NDR Livecenter), in der Liga kommt es am nächsten Sonntag zum Kracher beim FC Bayern München (16.20 Uhr). Bei einem Spiel weniger beträgt der Rückstand der Niedersächsinnen auf den FCB allerdings bereits elf Punkte.

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Bussy zur frühen VfL-Führung

Dabei hatte zu Beginn alles nach einem standesgemäßen Verlauf – also einem Sieg des VfL – ausgesehen. Denn wie beim 8:0-Erfolg im Hinspiel lag der Ball bereits in der vierten Minute im Tor der SGS. Hatte im Hinspiel in Essen Ella Peddemors getroffen, drückte in Wolfsburg Bussy den Ball nach einem Durcheinander im Strafraum der Gäste über die Linie.

Im Anschluss entwickelte sich eine gleichermaßen einseitige wie ereignisarme Begegnung, die Züge eines Handball-Spiels auf Rasen hatte: Die „Wölfinnen“ spielten um den Strafraum der Essenerinnen herum, ohne allerdings wirklich gefährlich zu werden. Lineth Beerensteyn hatte die beste Chance auf das 2:0, ließ diese allerdings liegen, weil sie den Ball nach einer Hereingabe von Svenja Huth freistehend nicht richtig traf (29.). Insgesamt agierten die Niedersächsinnen zu ungenau und unkreativ.

Touon trifft traumhaft, Wolfsburg ideenlos

Der inkonsequente Auftritt des Lerch-Teams wurde kurz nach Wiederbeginn bestraft: Der VfL konnte an der Strafraumgrenze eine Flanke nicht richtig klären, der Ball landete vor den Füßen von Touon, die aus 17 Metern ins linke obere Eck traf (48.).

Eine Reaktion der „Wölfinnen“ blieb zunächst aus. In der 57. Minute klärte SGS-Keeperin Kim Lea Sindermann eine durchgerutschte Halbfeldflanke von Justine Kielland mit einer starken Fußabwehr. Es war für lange Zeit die gefährlichste Aktion der Gastgeberinnen, die spielerisch weiter vieles schuldig blieben. Lerch reagierte mit einem Dreifachwechsel, besser aber wurde es nicht.

Peddemors (90.+4), Kielland (90.+5) und die eigewechselte Vivienne Endemann (90.+8) hatten erst tief in der Nachspielzeit Chancen auf den Siegtreffer, scheiterten aber an Sindermann. Ein Sieg aber wäre an diesem Nachmittag auch nicht verdient gewesen.

Wolfsburgs Spielerinnen bejubeln einen Treffer

Playoff-Hinspiel

Die „Wölfinnen“ kamen im Playoff-Hinspiel der Champions League noch zu einem späten Unentschieden. Der Einzug ins Viertelfinale entscheidet sich nun im Rückspiel nächste Woche.