Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Russland macht Vorschlag für ein mögliches Kriegsende

Aktualisiert am 15.02.2026 – 15:48 UhrLesedauer: 28 Min.

Kriegsherr im Kreml: Putin bei einer Ansprache im Dezember 2025.Vergrößern des Bildes

Kriegsherr im Kreml: Putin würde gerne an der ukraninischen Regierung vorbei verhandeln. (Quelle: Alexander Nemenov/Reuters)

Ein russischer Minister wärmt eine alte Idee Putins wieder auf. Nach Korruptionsvorwürfen hindert Kiew einen Ex-Minister an der Ausreise. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Moskau bringt kurz vor Gesprächen über ein Kriegsende wieder eine internationale Übergangsverwaltung für die Ukraine unter Ägide der Vereinten Nationen ins Spiel. Russland sei bereit, mit den USA, Europa und anderen Ländern über eine externe Verwaltung zu sprechen, sagte Vizeaußenminister Michail Galusin der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass in Moskau.

„Ein solcher Schritt würde es ermöglichen, demokratische Wahlen in der Ukraine abzuhalten und eine handlungsfähige Regierung an die Macht zu bringen“, sagte Galusin. Mit dieser Führung könnten dann ein Friedensvertrag und Dokumente über die zukünftige Zusammenarbeit der beiden Länder unterzeichnet werden. Präsident Wladimir Putin habe einen solchen Vorschlag schon im März 2025 gemacht, sagte der stellvertretende Außenminister.

Galusins Äußerungen reihen sich ein in die Moskauer Versuche, die Ukraine als nicht handlungsfähigen Staat und die Führung von Präsident Wolodymyr Selenskyj als nicht legitim darzustellen. Internationale Übergangsverwaltungen durch die UN oder andere Kräfte gab es nach dem Ende von Kriegen oder Konflikten unter anderem in Osttimor, Kambodscha, im Irak oder im Kosovo. In der Ukraine sind aber alle staatlichen Stellen arbeitsfähig.

Lettlands Geheimdienstchef Egils Zviedris hat angesichts der auf Krieg eingestellten russischen Wirtschaft vor einer fortgesetzten Aggression Moskaus über die Ukraine hinaus gewarnt. „Die potenzielle Aggressivität Russlands nach Beendigung des Ukraine-Krieges wird von vielen Faktoren abhängen“, sagte Zviedris am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz. Dazu gehöre, „wie der Krieg endet, ob er eingefroren wird oder nicht, und ob die Sanktionen bestehen bleiben“.

Nach Einschätzung von Experten hat sich Russland so umfassend auf eine Kriegswirtschaft und vollständige militärische Mobilisierung eingestellt, dass ein Kurswechsel schwierig erscheint. Dies könnte Moskau demnach zu militärischen Aktionen gegen weitere europäische Gebiete veranlassen. Ein Ende der derzeitigen Sanktionen würde es Russland nach Zviedris‘ Einschätzung ermöglichen, „seine militärischen Kapazitäten schneller auszubauen“.

Eine Gefahr für sein Land sieht der Geheimdienstchef aktuell allerdings nicht. Russland stelle derzeit „keine militärische Bedrohung für Lettland“ dar, sagte er. „Die Tatsache, dass Russland Pläne für eine Invasion des Baltikums ausgearbeitet hat, wie es Pläne für viele Dinge hat, bedeutet nicht, dass Russland angreifen wird“, führte der Geheimdienstchef aus. Allerdings ist das Land nach Angaben seiner Behörde weiteren Arten von Bedrohungen aus Moskau ausgesetzt, dazu zählen insbesondere Cyberangriffe.