Der KSC gewann nur eines der letzten elf Spiele. Auswärts wurde fünfmal in Folge verloren. Zuletzt gab´s eine 1:5 Klatsche in Nürnberg. Logisch, dass – wie bei fast allen Vereinen im Profifußball – über den Trainer diskutiert wird. Bleibt Christian Eichner Cheftrainer beim KSC? Oder wird er nach sechs erfolgreichen Jahren als KSC-Coach entlassen?
Beim KSC gab‘s nach dem Spiel in Nürnberg Gesprächsbedarf. In vielen Gremien gab es im Wildpark Sitzungen. Viele Gespräche im Präsidium, Beirat, mit dem Trainerteam, Spielerrat … Etwas sickerte immer wieder durch. Mal hieß es: Daumen nach unten. Im Beirat gäbe es die Tendenz, sich von Eichner zu trennen. Dann war zu hören: Daumen hoch für Eichner. Die sportliche Leitung wäre für eine weitere Zusammenarbeit. Die Verantwortlichen sollen hin und hergeschwankt sein. Wohl auch, weil es keinen klaren Plan B für die Nach-Eichner-Zeit gab. Die Verantwortlichen sollen keine Trainer-Alternative präsentiert haben.
Noch immer keine klare Aussage zur Trainer-Situation des KSC
Offiziell gibt es keine klare Aussage oder ein schriftliches Statement zur Situation und zur Zukunft vom Coach. Das könnte so interpretiert werden, dass Eichner am kommenden Spieltag gegen Kiel auf der Bank sitzt.
Das Verhalten, Probleme nicht öffentlich anzusprechen, Probleme zu lösen und nicht auszusitzen, gab es im Wildpark von den Verantwortlichen hin und wieder. Man denke an den nicht klar erklärten Bajramovic Rauswurf, an die Aussage von Geschäftsführer Michael Becker, dass die Kosten des Stadions wesentlich höher seien als bekannt und an die unappetitlichen, sexistischen Äußerungen von Vize-Präsident Uwe Maisch. Wie bei Eichners Zukunft fehlt auch da jeweils eine offizielle Aussage.

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Sportgeschäftsführer Eggimann soll ein Sprechverbot erteilt haben.
Foto: Andreas Gora/dpa
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Sportgeschäftsführer Eggimann soll ein Sprechverbot erteilt haben.
Foto: Andreas Gora/dpa
Die „BNN“ berichten, Sportgeschäftsführer Mario Eggimann habe den Profis am Wochenende ein Sprechverbot erteilt. Dennoch war zu hören, dass sich die Spieler vehement für eine weitere Zusammenarbeit mit Eichner ausgesprochen haben.
Neuzugänge lassen sich nicht in den Wildpark locken
Eines ist offensichtlich: Dass der KSC derart schlechte Ergebnisse liefert, liegt vor allem an der Qualität des Kaders. Der ist aktuell schlecht zusammengestellt. Zu viele langsame Spieler, kein Sechser im Kader, zu wenig Konkurrenzkampf. Dass der Kader so unrund zusammenstellt ist, dafür gibt es Gründe. Da war die Kündigung von Michael Bischoff, der war Bereichsleiter Entwicklung, Scouting und Analyse. Bischoff trug große Verantwortung für die Auswahl und Verpflichtung von Neuzugängen. Aber – er wollte weg vom KSC, zum Club nach Nürnberg. Dann wurde der andere Verantwortliche für Neuzugänge, Sportchef Sebastian Freis, der „Bereichsleiter Profis“, freigestellt. Die Folge: Der KSC war auf dem Sektor Neuzugänge scouten und in den Wildpark locken nahezu blank. Es gab keine breite kompetente Besetzung, denn der neue Sportdirektor Timon Pauls kam erst spät. Er konnte offiziell nicht in Verhandlungen mit Spielern und bei deren Verpflichtung eingreifen, denn Pauls hatte bei Hertha Berlin einen Vertrag.
Übrigens: Aktuell ist das Szenario im Bereich Scouting und Verpflichtung von Neuzugängen nicht ganz so dramatisch – aber schon etwas beängstigend. Denn: Chefscout Matthias Wallenwein, der enorm große Verantwortung trug, sowohl bei Scouting, Auswahl und Verhandlung mit potentiellen Neuzugängen – hat gekündigt. Einen Nachfolger hat der KSC, in dieser sensiblen Phase, in der der Kader für die Saison 2026/2027 fast final geplant wird, noch nicht präsentiert.
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