
AUDIO: Flensburg-Handewitt gewinnt das „kleine Derby“ beim HSVH (1 Min)
Handball-Bundesliga
Stand: 15.02.2026 18:19 Uhr
Sie wollten die Reaktion, und sie ist ihnen geglückt. Fünf Tage nach der höchsten Saisonniederlage setzte sich die Handball-Bundesligist SG Flensburg-Handewitt im Nordduell beim HSV Hamburg mit 38:35 (20:14) durch. Das Duell in der European League gegen den THW Kiel kann also kommen.
Am Dienstagabend (18.45 Uhr, im NDR Livecenter) steht in der Hauptrunde des Wettbewerbs das 114. Landesderby gegen die „Zebras“ an. In der Bundesliga bleibt die SG mit jetzt 33:9 Punkten Dritter und ist damit weiterhin ein heißer Anwärter auf einen Champions-League-Platz. Der HSV Hamburg steht mit 17:27 Zählern im Mittelfeld der Tabelle.
Flensburg wach, konzentriert und konsequent
Im Duell der Enttäuschten – der HSVH hatte zuvor gegen Leipzig verloren, die SG sehr deutlich in Gummersbach – ließen vor allem die Flensburger dem Wunsch nach einer Reaktion schnell Taten folgen. Nach knapp zehn Minuten begann das Pajovic-Team damit, sich vom Gegner abzusetzen. Zum einen lag das an einer konzentrierteren Leistung als noch unter der Woche im ersten Spiel nach der EM-Pause. So stand die eigene 6-0-Deckung kompakter, und das Offensivspiel war von Kreativität und Konsequenz geprägt.
Kevin Möller ein starker Rückhalt der SG
Zum anderen halfen aber auch die Nachlässigkeiten der Hanseaten ordentlich dabei mit, dass die SG von 4:4 (7.) auf 12:7 (16.) davonzog. Der HSVH leistete sich in der ersten Hälfte zu viele technische Fehler. So mancher Ball landete im Seitenaus, und dann machten es die Gäste ganz schnell. Auch das Rückzugsverhalten der Hanseaten war in den ersten Minuten der Partie nicht optimal.

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Bei den Gästen stachen zwei Spieler heraus: die Möllers, die nicht miteinander verwandten dänischen Nationalspieler. Torhüter Kevin Möller und Rückraumspieler Lasse Möller. Der 36 Jahre alte Keeper brachte es in Hälfte eins auf eine starke Paradenquote von 42 Prozent, und Lasse Möller war mit sechs Treffern (neun Würfe) der erfolgreichste SG-Profi.
Flensburgs Kirkelökke erheblich verbessert
Ebenfalls sehr stark bei den Gästen: Niclas Kirkelökke. War der dänische Europameister in Gummersbach mit einer Wurfquote von 14 Prozent (einen von sieben) noch weit unter seinen Möglichkeiten geblieben, so zeigte er sich in Hamburg im ersten Durchgang fast wie verwandelt. Vier seiner fünf Würfe fanden ihr Ziel, zudem überzeugte der auf Halbrechts spielende 31-Jährige mit schönen Anspielen. Zur Pause führten die Flensburger mit 20:14.
6:0-Lauf – HSVH nach Wiederbeginn furios
Der HSVH war also gefordert, wenn innerhalb von nur wenigen Tagen nicht auch das zweite Heimspiel nach der EM-Pause verlorengehen sollte. Und das Team von Trainer Torsten Jansen biss sich in die Partie hinein. In nur acht Minuten halbierten sie den Rückstand, Jacob Lassen verkürzte auf 20:23. Flensburg traf einfach nicht mehr, was vor allem am neuen Keeper im Tor der Gastgeber lag. Robin Haug rückte für Mohamed El-Tayar zwischen die Pfosten, und der Norweger war sofort perfekt drin in der Partie.
Als Hamburg auf zwei Tore verkürzte, drückte Pajovic den Buzzer – Auszeit! Er forderte vor allem mehr Kompaktheit in der Deckung. Aber erst einmal traf Lassen per Gegenstoß zum 22:23 (41.) – damit war es ein 6:0-Lauf der Gastgeber. SG-Kapitän Johannes Golla beendete wenig später die mehr als sechsminütige Torlosigkeit der Schleswig-Holsteiner.
Flensburg mit starker Antwort
Die berappelten sich insgesamt wieder. Mit Benjamin Buric im Tor (ab 45.) setzten sie sich zur Freude der vielen mitgereisten Fans wieder auf fünf Tore ab (31:26, 50.). Das war der entscheidende Zwischenspurt auf dem Weg zum Gewinn der beiden Punkte.
HSVH-Coach Jansen nahm beim 29:34 (34.) eines Auszeit, um seine Spieler noch einmal zu instruieren. Aber Flensburg ließ ein erneutes Herankommen des Gegners nicht mehr zu. Erfolgreichster HSVH-Profi war Nicolaj Jörgensen (acht Tore), bei der SG traf der auch in der zweiten Hälfte starke Kirkelökke am besten (acht).

Handball-Bundesliga
Mit dem 36 Jahre alten Dänen verliert der Handball-Bundesligist nach Kapitän Niklas Weller einen weiteren Routinier. Einen Ersatz hat der Club bereits gefunden.

Gegen den Tabellenvorletzten feierten die Niedersachsen den zweiten Sieg im zweiten Spiel unter ihrem neuen Trainer.